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Kindeswohl­gefährdung: Halb so viele Meldungen an Schulen im Lockdown

Freitag, 17. September 2021

/pegbes, stock.adobe.com

Wiesbaden – Während des Coronalockdowns haben Schulen und Kitas deutlich weniger Fälle von Kindeswohlgefährdung gemeldet. Im Frühjahr 2020 – als viele Einrichtungen geschlossen waren – meldeten Schulen halb so viele Fälle wie im Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt heute in Wiesbaden berichtete. Bei den Kitas ging die Zahl der Meldungen zeitgleich um etwa ein Drittel zurück.

Im gesamten Coronajahr 2020 stellten die Jugendämter in Deutschland bei 60.551 Kindern und Jugend­lichen eine Kindeswohlgefährdung fest. Bei weiteren 66.557 Minderjährigen kamen die Behörden zu dem Ergebnis, dass zwar keine Kindeswohlgefährdung vorlag, aber Hilfe oder Unterstützung nötig war. In 15 Prozent der Fälle kam der Hinweis von einer Schule oder Kindertagesstätte.

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Fachleute hatten vor dem ersten Coronalockdown im Jahr 2020 davor gewarnt, dass ein Teil der Kinder­schutzfälle durch die Schul- und Kitaschließungen unentdeckt bleiben könnte. Die Aufschlüsselung nach Monaten zeigt nach Einschätzung der Statistiker nun, dass die Meldungen tatsächlich stark zurückgingen.

„Insbesondere im April und Mai 2020 – also einen Monat nach den ersten coronabedingten Schul­schließungen im März und April – lagen die von Schulen gemeldeten Kinderschutzfälle deutlich unter dem Vorjahresniveau“, sagte Manuela Nöthen, Expertin für Kinder- und Jugendhilfestatistik im Statistischen Bundesamt. Auch die von Kitas gemeldeten Fälle nahmen ab, jedoch nicht so stark.

„Damit bestätigt die Statistik die Einschätzung verschiedener Fachleute, dass im Zuge des Lockdowns im Frühjahr 2020 weniger Kinderschutzfälle aus den Bildungs- und Betreuungseinrichtungen gemeldet wurden.“ Im Mai stiegen die Zahlen wieder etwas an, im Sommer näherten sich die Fallzahlen wieder den Vorjahreswerten an. © dpa/aerzteblatt.de

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