NewsÄrzteschaftKBV-Vertreter verärgert über Impfungen bei Apothekern
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

KBV-Vertreter verärgert über Impfungen bei Apothekern

Freitag, 17. September 2021

KBV-VV /Lopata

Berlin – Impfen in Apotheken, Digitalisierung in den Praxen und die bevorstehende Bundestagswahl: Auf der Vertreterversammlung (VV) der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zeigten sich viele Delegierte besonders verärgert über die Aussagen der neuen ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening aus dem Juli, dass die Grippeschutzimpfung in den nächsten Jahren zur Regelleistung der Apotheken werden könnte.

„Das Impfen ist eine ärztliche Leistung und keine moderne Dienstleistung von Apotheken“, schimpfte Carsten König aus Niedersachsen. Hier müsse der KBV-Vorstand deutliche Kante zeigen. „Seit Jahren nehmen wir Rücksicht auf diese Modellprojekte, jetzt brauchen wir eine Kampfansage“, so Norbert Metke aus der KV Baden-Württemberg (KVBaWü). „Wir brauchen keine Nachhilfe beim Impfen“, sagte Eckardt Starke aus der KV Hessen.

Anzeige

Andere Redner forderten, hier deutliche Antworten zu finden – beispielsweise den Patientinnen und Patienten eher die Onlineapotheke anstatt die Apotheke vor Ort zu empfehlen. Peter Heinz von der KV Rheinland-Pfalz (KVRLP) erklärte, man solle nicht mehr in Apotheken den Praxisbedarf bestellen, die impften. „Dann ist dieser Spuk ganz schnell vorbei“.

In vielen weiteren Redebeiträgen forderten die VV-Mitglieder den Vorstand der KBV auf, auch der ABDA deutliche Worte gegenüber zu finden. „Wir müssen uns hier etwas rustikaler aufstellen“, erklärte auch KBV-Vorstandsvorsitzender Andreas Gassen in der Diskussion.

Auch bei der Impfung gegen das Coronavirus hätten sich einige Mitglieder mehr Wertschätzung für die Leistung der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sowie ihre Praxisteams seitens der Politik gewünscht. Die wissenschaftliche Unabhängigkeit der Ständigen Impfkommission (STIKO) betonten die VV-Mitglieder in mehreren Beiträgen ebenso ausdrücklich.

Ein weiteres Ärgernis ist für die Praxen die Umsetzung der Digitalisierungspläne: So sei es weiter pro­ble­matisch, die benötigten Komponenten in der entsprechenden Zeit zu bestellen oder zu installieren, berichteten VV-Mitglieder. So sei der elektronische Heilberufsausweis teilweise erst in sechs Monaten lieferbar, viele Praxen hätten noch keinen KIM-Dienst oder müssten dafür bei ihrem Softwarehaus dafür zusätzliche Module kostenpflichtig bestellen.

Auch gäbe es immer wieder Probleme mit den Updates für Konnektoren. KBV-Chef Gassen sicherte zu, dass geprüft werde, was Kassenärztliche Vereinigungen ihren Mitgliedern raten könnten, wenn Sank­tionen drohen und gleichzeitig die Technik nicht funktioniere. „Wenn ein Tool nicht funktioniert, dann muss das die Kassenärztliche Vereinigung nicht sanktionieren.“

In zwei Anträgen votierten die VV-Mitglieder dafür, die Einführung des eRezepts sowie der eAU zum 1. Januar zu verschieben. „Der KBV-Vorstand wird aufgefordert, umgehend und nachdrücklich ein Aus­setzen der Verpflichtung einzufordern“, heißt es in den Anträgen. „Mit den augenblicklichen technischen Ressourcen sind die Maßnahmen undurchführbar“, so die Begründung.

Diskutiert wurde auch über die Folgen des Klimawandels auf die Gesundheit der Menschen. Hier warben einige Delegierte dafür, dass die Ärzteschaft in all den Gremien zur den Veränderungen im Klima künftig einbezogen werden müssten. „Die Folgen des Klimawandels werden bei uns in den Praxen aufschlagen“, hieß es in der Debatte. Der dazugehörige Antrag wurde allerdings nur mit einfacher Mehrheit und 14 Enthaltungen angenommen.

Eindrückliche Berichte über die Situation der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in den von der Flut betroffenen Landesteilen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen beschrieben die jeweiligen KV-Vorsitzenden.

Außerdem stand auf der Tagesordnung der jährliche Finanzbericht der Körperschaft: Dabei seien vor allem durch viele Videositzungen im Jahr 2020 Gelder eingespart worden, gleichzeitig wurde für die Rufnummer 116 117 deutlich mehr Geld ausgegeben. Insgesamt schließt der Haushalt der KBV mit einem Plus von 4,1 Millionen Euro ab. Auch der Verlängerung der Forschungsarbeit zur Aufarbeitung der Deutschen Ärzteschaft in der NS-Zeit um zwei Jahre wurde zugestimmt. © bee/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
VG WortLNS LNS LNS LNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER