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Ärzteschaft

Fast 50.000 angestellte Ärztinnen und Ärzte in Arztpraxen

Freitag, 17. September 2021

/dpa

Düsseldorf – Die Zahl angestellter Ärztinnen und Ärzte in der ambulanten Versorgung ist in den letzten Jahren stark angestiegen und lag 2020 bereits bei über 46.000. Auch der Anteil an Teilzeitanstellungen nimmt seit Jahren stetig zu. Dass es hier noch erhebliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt und wie Wunsch und Wirklichkeit voneinander abweichen, zeigt eine aktuelle Umfrage der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) und DocCheck Research.

Während bei den angestellten Hausärzten fast jede zweite Ärztin in Teilzeit arbeitet, sind es bei ihren männlichen Kollegen laut der Umfrage nur 27 Prozent. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei den Fach­ärzten (62 Prozent zu 24 Prozent). Grundsätzliches Ergebnis: Je mehr Frauen in den jeweiligen Facharzt­gruppen vertreten sind, umso höher ist auch der Anteil der Teilzeitbeschäftigten.

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In der Gynäkologie, bei der der Frauenanteil insgesamt 80 Prozent beträgt, liegt die Teilzeitquote bei 62 Prozent. Zum direkten Vergleich: Die Chirurgie hat einen Frauenanteil von 16 Prozent und einen Teilzeit­anteil von nur 35 Prozent.

Doch ein Blick auf die Prioritäten und die Bedürfnisse der Befragten zeigt, dass der Teilzeitanteil unter den Männern zukünftig noch deutlich zunehmen könnte. Denn immerhin 66 Prozent der befragten männ­lichen Ärzte wünschen sich vom Arbeitgeber flexible Arbeitszeiten.

Das Gehalt spielt nur für 27 Prozent der befragten Ärzte in Teilzeit eine sehr wichtige Rolle. Die Ergeb­nisse der Studie zeigen zudem, dass das Einkommen für diejenigen, die ihre Arbeitszeit flexibel einteilen können, einen geringeren Stellenwert für die allgemeine Arbeitszufriedenheit hat als für diejenigen, die keine oder wenig relevante Zusatzleistungen in Anspruch nehmen können.

„In der jungen Generation wünschen sich auch Männer eine bessere Vereinbarkeit zwischen Beruf und Privatleben. Laut unserer Befragung gehören flexible Arbeitszeiten zu den wichtigsten Zusatzleistungen, das gilt für Frauen wie Männer. Doch trotz der lauter werdenden Rufe werden sie nicht mal jedem zwei­ten Facharzt angeboten. Bei den Hausärzten sind es immerhin knapp 60 Prozent. Um auch in Zukunft motivierte Ärztinnen und Ärzte für die eigene Praxis zu gewinnen, ist es für Arbeit­geber durchaus von Vorteil, dem Nachwuchs mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten zu ermöglichen“, so Ramona Krupp aus dem Bereich Gesundheitsmärkte und -politik bei der apoBank.

Mehr Teilzeitmodelle in der ambulanten Versorgung könnten durchaus Treiber für mehr Zufriedenheit unter angestellten Ärzten sein – allerdings Auswirkungen auf die Versorgungskapazitäten. „Wenn in Zukunft immer mehr Ärztinnen und Ärzte angestellt und in Teilzeit arbeiten, besteht das Risiko einer Versorgungslücke beim Patienten. Die Gesamtzahl der Mediziner im System steigt zwar Jahr für Jahr an, aber das Versorgungsangebot pro Kopf wird bei einem anhaltenden Trend zur Anstellung und Teilzeit­tätigkeit weiter sinken“, so Krupp.

Aufgabe der Gesundheitspolitik müsse es also sein, eine ausreichende Zahl an Ärztinnen und Ärzten für die Versorgung zu gewinnen. © EB/aha/aerzteblatt.de

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