NewsAuslandUS-Expertengremium für Coronadrittimpfung für Ältere und Risikogruppen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

US-Expertengremium für Coronadrittimpfung für Ältere und Risikogruppen

Montag, 20. September 2021

/benjaminnolte, stock.adobe.com

Washington – Ein Expertengremium der US-Arzneimittelbehörde FDA hat sich für eine Zulassung von Coronadrittimpfungen für Menschen ab 65 Jahren und für bestimmte Risikogruppen ausgesprochen. Die Mitglieder der unabhängigen Impfkommission lehnten am Freitag aber eine grundsätzliche Auffrisch­ungs­impfung für alle ab einem Alter von 16 Jahren ab – ein Dämpfer für die Regierung von Präsident Joe Biden. Sie verwiesen unter anderem auf mögliche Nebenwirkungen bei jüngeren Menschen.

Führende Gesundheitsvertreter der Biden-Regierung hatten Mitte August angekündigt, allen US-Bürgern solle ab dem 20. September – also ab kommendem Montag – eine Boosterimpfung angeboten werden. In der Folge wurden aber Zweifel an dem Vorhaben laut. Während einige Experten für eine Auffrisch­ungs­impfung plädieren, halten andere sie für derzeit nicht angebracht.

Anzeige

Befürworter einer Drittimpfung argumentieren, eine zusätzliche Impfdosis erhöhe den Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus. Dies gelte insbesondere in Anbetracht der Ausbreitung der Delta-Variante und einer über die Zeit nachlassenden Schutzwirkung der Vakzine.

Gegner einer Auffrischungsimpfung erklären dagegen, zwei Impfdosen der Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna würden bereits ausreichenden Schutz bieten. Sie argumentieren zudem, der Schwerpunkt müsse darauf liegen, nicht geimpfte Menschen zu impfen – in den USA, aber auch in Entwicklungs­ländern, wo ein Mangel an Impfstoffen herrscht.

In einem Dokument der FDA heißt es, die Datenlage zeige, dass die zugelassenen Impfstoffe nach wie vor Schutz vor einer schweren Erkrankung mit COVID-19 und einem tödlichen Krankheitsverlauf bieten. Zwei FDA-Vertreter unterzeichneten zudem einen diese Woche im Fachmagazin The Lancet veröffent­lichten Brief, in dem es heißt, „Booster-Dosen für die allgemeine Bevölkerung sind in dieser Phase der Pandemie nicht angebracht“.

Die FDA hatte bereits im August eine dritte Coronaimpfdosis für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem zugelassen. Nun empfahl das FDA-Impfgremium, den Kreis der möglichen Empfänger auszuweiten. Neben Senioren und Menschen, denen ein besonders schwerwiegender Krankheitsverlauf drohen könnte, sollen auch Berufsgruppen wie Mitarbeiter des Gesundheitssektors Anspruch auf die Auffrischungsimpfung bekommen.

Die FDA folgt in der Regel den Empfehlungen des Gremiums. Bei einem positiven Votum müsste in einem nächsten Schritt die Gesundheitsbehörde CDC festlegen, welche Gruppen ab wann eine Drittimpfung angeboten bekommen.

Biden kämpft derzeit gegen einen Wiederanstieg der Coronainfektionen in den USA. Zuletzt erließ er eine Impfpflicht für Bundesbedienstete sowie eine Impf- oder Testpflicht für Mitarbeiter von Unterneh­men mit mehr als 100 Angestellten. Bei den oppositionellen Republikanern stoßen die Maßnahmen auf massiven Widerstand. © afp/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER