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Pharmaverband warnt vor Rückgang der klinischen Forschung in Deutschland

Dienstag, 21. September 2021

/Studio Romantic, stock.adobe.com

Berlin – Der Verband forschender Arzneimittelhersteller (vfa) warnt davor, dass komplizierte Strukturen in Deutschland die klinische Forschung behindern. „Im Vergleich zur Erfolgsstory der präklinischen Forschung zu mRNA-Impfstoffen in Deutschland fällt auf, dass die Anzahl der klinischen Studien zu Coronaarzneimitteln und -impfstoffen im internationalen Vergleich eher gering war“, hieß es aus dem Verband.

Der vfa verweist dafür auf eine aktuelle Analyse eines internationalen Forscherteams. Diese Analyse ist als Preprint unter dem Titel „Clinical trial research on COVID-19 in Germany – a systematic analysis“ zugänglich.

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„Am Einsatz der beteiligten Behörden und Einrichtungen liegt es nicht. Sie geben alles, gerade auch während der Coronapandemie. Es liegt an den Strukturen, besser gesagt den Mehrfachstrukturen. Die Vielzahl der nötigen Genehmigungen und Zustimmungen macht alles sehr bürokratisch und oft auch langsam“, sagte vfa-Präsident Han Steutel. Auch die administrativen Prozesse für die Firmen würden dadurch immer komplexer. So gebe es beispielsweise 52 Ethikkommissionen, 17 Datenschutzbehörden und 29 Überwachungsbehörden der Länder, die klinischen Studien zustimmen müssten oder sie über­wachen.

Der vfa warnt, das Zurückfallen bei den klinischen Studien in Deutschland gelte nicht nur für die For­schung zum Coronavirus.

So lag Deutschland im Jahr 2019 mit 550 klinischen Studien im internationalen Ranking vor Kanada (495), aber hinter den USA (2.376), China (634), UK (567) und Spanien (554) auf dem fünften Platz. „Damit zeigt sich Deutschland zwar weiterhin als Land, das für forschende Pharmaunternehmen einen hohen Stellenwert als Studienstandort hat. Von seiner bis 2016 gehaltenen Position als Europameister und welt­weiten Nummer zwei ist es aber mittlerweile ein gutes Stück entfernt“, warnt der vfa.

„Was wir in Deutschland jetzt brauchen, ist eine durchgängige Harmonisierung bei Genehmigungen, Zustimmungen und Überwachung über alle Ebenen“, sagte Steutel. Dazu zähle zum Beispiel eine zwi­schen allen Datenschutzbehörden der Länder harmonisierte Auslegung der deutschen Datenschutz­bestimmungen hinsichtlich klinischer Studien.

Er betonte, Industrie, Gesundheitswesen und Patienten hätten ein gemeinsames Interesse, „dass Deutschland wieder Europameister bei klinischen Studien wird“, so der vfa-Präsident. © hil/aerzteblatt.de

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