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Medizin

Immuntherapie nach Chemotherapie beim operierten NSCLC verlängert rezidivfreies Überleben

Samstag, 25. September 2021

/decade3d, stock.adobe.com

Lugano – Obwohl das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC) in den klinischen Stadien I–III in kurativer Intention behandelt wird, erleiden bis zu 60 % der Patienten im weiteren Verlauf ein Rezidiv. In der Phase-III-Studie IMpower010 wurde erstmals eine Verlängerung des krankheitsfreien Überlebens demonstriert, wenn die Patienten nach der Operation im Anschluss an eine adjuvante Chemotherapie noch eine Immuntherapie – in diesem Fall mit dem Anti-PD-L1-Immuncheckpointinhibitor Atezolizumab – verabreicht erhielten.

Die ersten Ergebnisse dazu wurden beim virtuellen ASCO-Kongress 2021 präsentiert (Journal of Clinical Oncology, 2021; DOI: 10.1200/JCO.2021.39.15_suppl.8500], beim ESMO-Kongress konnte Enriqueta Felip vom Vall d´Hebron Institute of Oncology in Barcelona nun zusätzliche Analysen zu den Rezidiv­lokalisationen und zu den anschließend gegebenen Rezidivtherapien zeigen (IMpower010-Studie) (Annals of Oncology; DOI: 10.1016/j.annonc.2021.08.2120).

Eingeschlossen worden waren in die weltweit durchgeführte Studie 1.280 Patienten mit einem NSCLC der Stadien IB–IIIA und einem ECOG-Performancestatus von 0 oder 1. Sie erhielten postoperativ eine adjuvante Chemotherapie aus bis zu 4 3-wöchigen Zyklen einer Chemotherapie mit Cisplatin, Pemetre­xed, Docetaxel und Gemcitabin oder Vinorelbin.

Insgesamt 1.005 von ihnen wurden daraufhin in 2 Arme randomisiert: Im 1. erhielten sie Atezolizu­mab in einer Dosierung von 1.200 mg alle 3 Wochen für 16 Zyklen bzw. bis zu einem Rezidiv oder dem Auftreten inakzeptabler Toxizitäten, im 2. lediglich „Best supportive care“. Der primäre Endpunkt des krankheits­freien Überlebens wurde anhand eines hierarchischen Prüfplans zunächst bei allen Patienten mit Stadium II–IIIA und positiver PD-L1-Expression (Tumor Score ≥ 1 %, immunhistochemisch gemessen mit dem SP263-Antikörper), dann bei allen randomisierten Patienten mit Stadium II–IIIB und schließlich in der Intent-to-treat-Population aller Patienten mit Stadium IB–IIIA bestimmt.

Wie bereits beim ASCO-Kongress berichtet, war in der 1. analysierten Gruppe das krankheitsfreie Über­lebensrisiko signifikant um etwa 1/3 reduziert (Hazard Ratio 0,66; 95 %-Konfidenzintervall 0,50–0,88), bei allen randomisierten Patienten in den Stadien II – IIIA um 21 % (95 %-KI 0,64 – 0,96). Bei einem Vergleich der Subgruppen war ein tatsächlicher Nutzen vor allem bei einem Tumor Score von ≥ 50 % gegeben mit einer Hazard Ratio von 0,43 (95 %-KI 0,27 – 0,68).

Neu zum ESMO-Kongress wurden präsentierte Enriqueta Felip nun die Resultate exploratorischer Analysen, wonach in der Kohorte mit einer PD-L1-Expression von ≥ 1 % im Atezolizumab-Arm 29 % der Patienten ein Rezidiv entwickelt haben, im Kontrollarm hingegen 45 %. Die detaillierte Analyse zeigte eine Tendenz zu mehr lokoregionären Rezidiven im Atezolizumab-Arm, aber insgesamt war hier kein klares Muster von Unterschieden zwischen beiden Armen erkennbar.

Der einzige nennenswerte Unterschied, der hinsichtlich der Post-Rezidiv-Therapien auszumachen war, bestand in einer häufigeren Anwendung von Immuntherapien im Kontrollarm: Bei 35 % der Patienten wurden hier Checkpointinhibitoren eingesetzt gegenüber nur 11 % im Atezolizumabarm. Mit 16 % versus 11 % erfolgte im Atezolizumabarm außerdem etwas häufiger eine erneute chirurgische Intervention wegen des Rezidivs.

IMpower010 ist damit die erste Phase-III-Studie, so Felip, in der eine adjuvante Immuntherapie nach chirurgischer Resektion und adjuvanter Chemotherapie beim frühen NSCLC in der PD-L1-positiven Population eine Reduktion des Risikos für Rezidiv oder Tod um 34 % zeigt. Den größten Nutzen scheinen Patienten mit einer PD-L1-Expression in mindestens 50 % der Zellen zu haben, wo das Risiko mehr als halbiert wird. © jfg/aerzteblatt.de

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