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Wesentliche Risikofaktoren für Darmkrebs bei Männern unbekannt

Dienstag, 21. September 2021

/dpa

Heidelberg – Männer erkranken häufiger als Frauen an Darmkrebs. Ein Wissenschaftlerteam aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) hat jetzt untersucht, wie bekannte und vermutete Risiko- und Schutzfaktoren zu dieser deutlich höheren Erkrankungsrate beitragen.

In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 55.000 Menschen an Darmkrebs. Die altersstandardisierte Neu­erkrankungsrate bei Männern liegt bei 46 pro 100.000 pro Jahr, bei Frauen dagegen nur bei 28. Noch deutlicher ist dieser Geschlechtsunterschied, wenn die fortgeschrittenen Krebsvorstufen betrachtet wer­den, die so genannten fortgeschrittenen Adenome.

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Bekannt ist, dass weibliche Geschlechtshormone das Darmkrebsrisiko senken. Auf der anderen Seite ist für Männer ein höherer Konsum von Tabakprodukten und rotem Fleisch dokumentiert – beides Lebens­stilfaktoren, die das Darmkrebsrisiko steigern.

Die Arbeitsgruppe um Hermann Brenner vom DKFZ hat untersucht, in welchem Ausmaß die verschie­denen in Frage kommenden Risiko- und Schutzfaktoren den Geschlechtsunterschied bei der Krankheits­inzidenz erklären.

Die Forscher werteten dazu Daten von fast 16.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der „KolosSal-Studie“ aus (IJC, 2021; DOI: 10.1002/ijc.33742). Dies ist eine Saarland-weite Studie zur Effektivität der Früherkennungskoloskopie. Die Heidelberger Epidemiologen berücksichtigten für ihre aktuelle Untersuchung alle bekannten oder auch mutmaßlichen Risiko- und Schutzfaktoren für Darmkrebs: Alter, familiäre Vorgeschichte, Diabetes, frühere Koloskopie, Einnahme von Aspirin und Statinen, Rauchen, Alkoholkonsum, Gewicht und Körpergröße, körperliche Aktivität, Verzehr von rotem Fleisch und Wurst, Obst, Gemüse oder Vollkornprodukten sowie bei Frauen die Anwendung von Hormonersatztherapien.

Bei Männern wurden bei der Vorsorgekoloskopie altersstandardisiert doppelt so häufig Darmkrebs oder fortgeschrittene Adenome gefunden wie bei Frauen. Nach umfassender Adjustierung für die verschie­denen Risiko- und Schutzfaktoren zeigte sich, dass sie etwa die Hälfte des Risikoüberschusses der Männer erklären. Bei Krebserkrankungen des Enddarms fällt der Einfluss dieser Faktoren noch etwas weniger ins Gewicht als bei Tumoren des übrigen Dickdarms.

„Im Umkehrschluss heißt das aber, dass wir die Ursachen für die andere Hälfte dieses Risikoüberschusses noch nicht kennen“, sagte Brenner. Er betonte, die Ergebnisse verdeutlichten unter anderem, wie wichtig es insbesondere für Männer sei, die Möglichkeiten zur Darmkrebsvorsorge wahrzunehmen, Stuhltests durchzuführen oder sich sogleich für eine Vorsorgedarmspiegelung zu entscheiden. © hil/aerzteblatt.de

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