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Politik

Sachsen setzt auf 2G-System

Dienstag, 21. September 2021

/picture alliance, Z6944, Sascha Steinach

Dresden – Sachsen setzt in der Coronapandemie künftig verstärkt auf das 2G-System und will damit einen weiteren Schritt hin zu mehr Normalität gehen. Die Möglichkeit, nur noch Geimpften und Genese­nen Zutritt zu gewähren, soll etwa für die Innengastronomie, Veranstaltungen in Innenräumen, Events von bis zu 5.000 Personen, Hallenbäder, Saunen, Diskotheken und Clubs oder bei touristischen Busreisen gelten. Die Regelung ist in der heute vom Kabinett beschlossenen neuen Coronaschutzverordnung als Optionsmodell formuliert.

Niemand sei verpflichtet, jeder könne das für sich selbst abwägen, sagte Sozialministerin Petra Köpping (SPD). Wenn die Einrichtungen 2G nutzen, fallen Beschränkungen wie Maskenpflicht und das Abstands­gebot weg. Eine Einlasskontrolle ist Pflicht. Für Kinder unter 16 Jahren gilt das 2G-Modell nicht. Sie brauchen auch keinen Test, weil sie ohnehin in der Schule getestet werden. Ungeimpfte Beschäftigte der am 2G-Modell beteiligten Einrichtungen brauchen einen Test. Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, bekommen keinen Einlass in 2G-Einrichtungen.

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Köpping zufolge gibt es mittlerweile neun Bundesländer, die vom 2G-Modell Gebrauch machen oder das demnächst umsetzen wollen. Die Ministerin nannte auch Bereiche, in denen das Modell keine Anwen­dung findet: Dazu zählen der Einzelhandel, der öffentliche Personennahverkehr und körpernahe Dienst­leistungen wie Friseure. Wer am 2G-Modell teilnimmt, muss das drei Tage vorher beim Gesundheitsamt anzeigen. Damit kann das Modell frühestens ab Sonntag angewendet werden.

Die neue Coronaschutzverordnung gilt vom 23. September bis einschließlich 20. Oktober. Neben dem 2G-Modell wird auch die Hospitalisierungsrate als Gradmesser für Einschränkungen eingeführt.

Diese gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner nach einer Infektion mit Corona innerhalb von einer Woche ins Krankenhaus eingewiesen wurden. Heute lag sie in Sachsen bei 0,99. Laut Köpping ist die Lage in den Krankenhäusern derzeit entspannt: 107 Normalbetten sind aktuell mit COVID-19- Patienten belegt, dazu kommen 35 Betroffene auf der Intensivstation.

Eine dritte Änderung betrifft die Regelung am Tag der Bundestagswahl: In Wahllokalen muss eine Maske getragen werden, auf eine Kontaktnachverfolgung und einen 3G-Nachweis (geimpft - genesen - getestet) wird aber verzichtet.

Unzufrieden zeigte sich die Ministerin mit dem Impfgeschehen im Freistaat. 57,1 Prozent der Bürger hätten die erste Impfung erhalten, 53,9 Prozent auch die zweite. „Wir liegen immer noch weit hinten im Bundesdurchschnitt“, stellte Köpping fest. Sachsen wolle weiter niedrigschwellige Angebote machen, die Impfkampagne des Bundes habe nur „ein wenig mehr Impfungen“ gebracht.

Die SPD-Politikerin sieht keinen Versorgungsengpass, wenn die Impfzentren Ende September schließen. Dann würden sich neben Haus- und Betriebsärzten sowie den mobilen Teams auch die Krankenhäuser am Impfen beteiligen. Bislang hätten bereits sieben Krankenhäuser ihre Bereitschaft dazu erklärt. © dpa/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #831974
BB-DD
am Dienstag, 21. September 2021, 17:29

Impfung vs. "Inzidenzen"

Man möchte Frau Köpping doch mal darauf hinweisen, dass in Sachsen die geringste "Impfquote" seit einer ganzen Weile schon mit geringen oder gar den geringsten Inzidenzen deutschlandweit sowohl bei PCR-Positivfällen als auch bei Hospitalisierungen einhergeht. Der deutsche Impfmeister Bremen mit 20% Vorsprung (78%/73.8% vs. 57.1 vs. 53.9%) hingegen weist schon seit Wochen eine vielfache 7-Tage-Inzidenz (aktuell 108 vs. 37) bei den "PCR-Fällen" und eine fast 4-fache Hospitalisierungsinzidenz (4.12 vs. 1.1 lt. RKI von heute) aus. Was ist in Bremerhaven los (218/100'000)? - Warum interessiert das Geschehen das Bremer Umland nicht, wo doch alle mobil sein dürfen? Hängt hier etwas mit den Impfungen der jungen Menschen in Bremen zusammen, die in Sachsen eher schlecht läuft, oder mit dem Hafen in Bremerhaven? Oder liegt es an der bereits bestehenden Immunität in Sachsen, denn schließlich waren dort ja im Winter 20/21 deutlich mehr Leute betroffen von Corona als in Bremen. Das wäre doch mal wert untersucht zu werden. Was übrigens die Zahlen aus Bremen angeht, so gibt es dort auch zum Rest von Deutschland erhebliche Abweichungen nach oben. Was ist aktuell also beim Impfmeister Bremen so sehr anders als im Rest Deutschlands, wird mehr getestet - vor allem mit dem Lolli+PCR in Schulen und KITAs? Die extremen Meldezahlen vs. geringe "Krankheitsfälle" im RKI-Dashboard könnten das zumindest nahelegen. Allerdings erklärt das mit Nichten die viel höhere Hospitalisierungsrate. Oder gibt es in Bremen etwa Spezifitätsprobleme in der PCR (14% Positivrate vs. 4% in Sachsen - macht bei gleicher Testanzahl pro Einw., die für Bremen nicht im RKI-Bericht codiert wird, auch den Faktor 3 bei der Inzidenz)? Also, liebes Ärzteblatt, ran ans seriöse medizinjournalistische Gehackte...
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