NewsPolitikKeine Anträge auf Erwerb eines tödlich wirkenden Betäubungsmittels bewilligt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Keine Anträge auf Erwerb eines tödlich wirkenden Betäubungsmittels bewilligt

Dienstag, 21. September 2021

/felipecaparros, stock.adobe.com

Berlin – Seit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zur Sterbehilfe vom 2. März 2017 sind beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) 223 Anträge auf Erwerb eines tödlich wirkenden Betäubungsmittels gestellt worden. Kein Antrag ist bewilligt worden, 144 Anträge wurden abgelehnt.

Das geht aus der Antwort (19/32360) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (19/32053) der FDP-Fraktion hervor. In 52 Fällen wurden Widersprüche zurückgewiesen, in zwei Fällen nahmen Antragsteller die Widersprüche zurück. In etlichen Fällen sind die Verfahren noch anhängig.

Anzeige

Das Bundesverwaltungsgericht hatte entschieden, dass unheilbar kranken Patienten im Extremfall der Anspruch auf Medikamente zur schmerzlosen Selbsttötung nicht verwehrt werden darf. Voraussetzung ist, dass der Patient frei entscheidet und es keine zumutbare Alternative gibt.

Nach Angaben der Bundesregierung unterliegt die Frage, ob die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das BfArM, verpflichtet sein kann, eine Erlaubnis zum Erwerb einer tödlichen Dosis eines Betäu­bungsmittels zum Zweck des Suizids zu erteilen, der gerichtlichen Überprüfung.

Der Bundestag hatte 2015 die Sterbehilfe neu geregelt und die organisierte, geschäftsmäßige Suizid­beihilfe unter Strafe gestellt. Das Bundesverfassungsgericht kippte die Regelung jedoch im Februar 2020. Das Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe verletze das Recht auf selbstbestimmtes Sterben. Der entsprechende Strafrechtsparagraf 217 sei nichtig, hieß es. © EB/aerzteblatt.de

Themen:

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
Avatar #839136
Jeba9
am Dienstag, 21. September 2021, 19:47

Warum muss es denn unbedingt Pentobarbital sein?

Es gibt doch andere Substanzen, die zumindest in Kombination einen friedlichen Tod herbeizuführen geeignet sind und z. T. nicht einmal der Betäubungsmittelverordnung unterliegen. Z.B. Phenobarbital, das zwar eine etwas langsamer resorbiert wird, was aber im Falle eines beabsichtigten Suizids keine große Rolle spielen dürfte.
Diese Fixierung auf Pentobarbital ist für mich nicht ganz nachvollziehbar.
LNS
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER