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Versorgungs­leitlinie: SGLT2-Inhibitoren können bei Herzinsuffizienz zur Therapie­intensivierung eingesetzt werden

Donnerstag, 23. September 2021

/taniasv, stock.adobe.com

Berlin – Heute ist die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Chronische Herzinsuffizienz in der 3. Version der 3. Auflage erschienen. Die neue Version enthält nun im Kapitel Medikamentöse Therapie einen Ab­schnitt zu SGLT2-Inhibitoren, die bei Patienten mit reduzierter linksventrikulärer Ejektionsfraktion und persistierender Symptomatik zur Therapieintensivierung eingesetzt werden können.

Die 3. Auflage der NVL Chronische Herzinsuffizienz wurde im Oktober 2019 veröffentlicht. Die Leitlinie wird in der Regel alle fünf Jahre aktualisiert. Doch aufgrund der sich schnell ändernden Datenlage zum Nutzen von SGLT2-Inhibitoren erhielt die 3. Auflage der Leitlinie bereits 2020 ein Amendment zur Thera­pie mit dieser Medikamentengruppe. Dieses wurde nun erneut überarbeitet, um die aktuellen Entwick­lungen der Datenlage zu SGLT2-Inhibitoren widerzuspiegeln.

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Ursprünglich wurden SGLT2-Inhibitoren für die Behandlung von Menschen mit Diabetes mellitus ent­wickelt. In klinischen Studien kam es jedoch auch bei nicht-diabetischen Patienten zu weniger Kranken­hausaufenthalten und weniger Todesfällen aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere bei Vorerkrankungen wie zum Beispiel chronischer Herzinsuffizienz.

Mit Version 3 der 3. Auflage wird nun ein Amendment veröffentlicht, das die Leitlinie um neue Empfeh­lungen zur Behandlung mit Medikamenten aus der Gruppe der SGLT2-Inhibitoren ergänzt. Thematisiert werden dabei Effektivität und Verträglichkeit der Behandlung sowie die Verortung der SGLT2-Inhibitoren im empfohlenen Behandlungsalgorithmus bei Herzinsuffizienz mit reduzierter linksventrikulärer Ejek­tions­fraktion (HFrEF).

Zusätzliche Therapieoption in den NYHA-Klassen II-IV

Im der medikamentösen Stufentherapie der HFrEF finden sich SGLT2-Inhibitoren nun als Empfehlungen in den NYHA-Klassen II, III und IV, wenn die Symptomatik persistiert. Dies betrifft Patienten, die trotz leitliniengerechter Kombinationstherapie mit ACE Hemmern/Angiotensinrezeptorblockern, Betarezep­torenblockern und Mineralo- kortikoidrezeptorantagonisten noch immer Symptome aufweisen.

Bei ihnen sollte im nächsten Schritt die Therapie intensiviert werden, und dies kann (unabhängig von einer Diabeteserkrankung) mit einem SGLT2-Inhibitor oder Sacubitril/Valsartan (im Austausch mit dem ACE-Hemmer/Angiotensinrezeptorblocker) erfolgen.

Über die Intensivierung der Therapie und die Wahl des Medikaments soll der Leitlinie zufolge nach klinischen Gesichtspunkten (Komorbiditäten, Nebenwirkungsprofil, Erfahrung der Behandelnden) ent­schie­den werden. © nec/aerzteblatt.de

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