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Ökonomen warnen vor hohen Kosten durch COVID-Behandlung für Ungeimpfte

Freitag, 24. September 2021

/Fokussiert, stock.adobe.com

Berlin – Ökonomen haben vor den immensen Kosten durch die Behandlung von ungeimpften COVID-Patienten für das Gesundheitssystem gewarnt. Wie die Welt heute berichtete, zeigen Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), dass durch die medizinische Behandlung von Ungeimpften seit Juli Kosten von mindestens 120 Millionen Euro entstanden sind.

Grundlage der Berechnungen waren Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) sowie die von der AOK ange­geben durchschnittlichen stationären Behandlungskosten für Coronapatienten von 10.200 Euro. Daraus ergeben sich demnach Kosten in Höhe von etwa 20 Millionen Euro für Juli, 70 Millionen für August und 30 Millionen für die ersten beiden Septemberwochen, die durch die krankenhäusliche Behandlung unge­impfter Erwachsener entstanden sind. Der starke Anstieg im August ist laut IfW vor allem mit dem stärke­ren Infektionsgeschehen zu erklären.

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Die tatsächlichen Kosten könnten dem Bericht zufolge aber noch deutlich höher liegen. Dies liegt laut IfW zum einen an der nachträglichen Korrektur der Hospitalisierungsrate durch das RKI, wodurch die Zahlen im Schnitt nach einigen Wochen um ein Drittel nach oben korrigiert würden. Zum anderen könnte es sein, dass die durchschnittlichen Kosten einer stationären Coronaerkrankung die wahren Kosten unter­schätzen. Hinzu könnten demnach Kosten kommen, die durch langfristige Folgeschäden entstehen, zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht ermessen werden können.

Auch Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft, sprach dem Bericht zufolge von hohen Folgekosten durch eine schwere Viruserkrankung: „Bei intensiv behandelten COVID-Patienten gehen wir von nahezu 100 Prozent Rehaquote aus.“ Zudem deute sich an, dass Folgeschäden das Gesundheitssystem noch weiter beschäftigen werde. Zwar lägen noch keine genauen Daten zur Weiterbehandlung von Coronapatienten vor. „Es ist aber davon auszugehen, dass praktisch jeder Patient nach dem stationären Aufenthalt von niedergelassenen Ärzten weiter betreut wird“, sagte Gaß der Welt.

Doch es sind nicht nur die unmittelbaren Behandlungskosten, die die Krankenkassen belasten. „Neben den Kosten im Gesundheitssystem verursacht die Pandemie weiterhin hohe volkswirtschaftliche Kosten“, sagte Gabriel Felbermayr, Präsident des IfW Kiel, der Welt.

„Unsicherheit bremst Konsum und Investitio­nen. Wenn wegen der Pandemie staatliche Auflagen beste­hen und Menschen ängstlich bleiben, sind die volkswirtschaftliche Kosten so hoch, dass sich fast jede staatliche Investition in Eindämmung der Pandemie und Prävention lohnt", sagte Felbermayr. © afp/aerzteblatt.de

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