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Ärzteschaft

Blutspende­einschränkungen für homosexuelle Männer gelockert

Freitag, 24. September 2021

/Pixel-Shot, stock.adobe.com

Berlin – Bei der Blutspende werden grundsätzliche Einschränkungen für homosexuelle Männer aufge­hoben. Zudem wird die Frist zur Zulassung einer Spende bei sogenanntem sexuellen Risiko­verhalten von zwölf Monaten auf vier Monate verkürzt, wie die Bundesärztekammer (BÄK) heute mitteilte. Dabei geht es um die Zeit, die nach einem solchen Verhalten verstreichen muss, bevor eine Blutspende möglich ist. Eine Zulassung nach vier Monaten führe nicht zu einer Erhöhung des Risikos für die Empfängerinnen und Empfänger von Blut und Blutprodukten, hieß es in einer Mitteilung.

Festgehalten ist die Neuregelung in der sogenannten „Richtlinie zur Gewinnung von Blut und Blutbe­standteilen und zur Anwendung von Blutprodukten“, die von der Bundesärztekammer und dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) erstellt wird und nun überarbeitet wurde. In der Richtlinie sind Regeln festgelegt, unter welchen Bedingungen welche Personengruppen Blut spenden dürfen.

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Bisher hieß es darin, dass „Personen“, deren „Sexualverhalten ein gegenüber der Allgemeinbevölkerung deutlich erhöhtes Übertragungsrisiko“ für Infektionskrankheiten wie HIV berge, für zwölf Monate „von der Spende zurückzustellen sind“. Aufgezählt wurden anschließend „heterosexuelle Personen“ mit häufig wechselnden Partnern, Prostituierte, „transsexuelle Personen mit sexuellem Risikoverhalten“ und generell auch „Männer, die Sexualverkehr mit Männern haben (MSM)“.

Dies hatte etwa die FDP als diskriminierend kritisiert. Damit werde Personengruppen als Ganzes „ein unreflektiertes und risikoreiches Sexualverhalten unterstellt“. Entscheidend für ein Infektionsrisiko sei nicht die sexuelle oder geschlechtliche Identität eines Menschen, sondern das tatsächliche Risiko­verhalten.

Die Blutspendesperre gilt nun laut der reformierten Richtlinie für vier Monate unter anderem bei „Sexualverkehr zwischen Frau und Mann mit häufig wechselnden Partnern/Partnerinnen“, „Sexualverkehr zwischen Männern (MSM) mit einem neuen Sexualpartner oder mehr als einem Sexualpartner“ und „Sexualverkehr einer Transperson mit häufig wechselnden Partnern/Partnerinnen“. © dpa/aerzteblatt.de

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