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Digitaler Gesundheitsmarkt im Aufwind

Freitag, 24. September 2021

/Jackie Niam, stock.adobe.com

München – Die COVID-19-Pandemie hat zu einem Innovationsschub in der Medizin geführt. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Future of health 3 – Neuer Schub für Innovation“, für die die Unternehmensberatung Roland Berger 400 internationale Experten aus der Pharmabranche und Medizintechnik befragt hat.

Demnach schafft die Kombination aus mechanischen, elektrischen, biologischen und chemischen Technologien und digitalen Dienstleistungen die Basis für neue Behandlungsangebote. Diese Produkte und Services sind Teil des digitalen Gesundheitsmarkts, der laut Roland Berger bis 2026 in Deutschland auf 59 und in Europa auf 239 Milliarden Euro anwachsen wird.

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„Physische und digitale Lösungen wachsen in bestimmten Bereichen immer stärker zusammen und konvergieren miteinander“, sagte Karsten Neumann, Partner bei Roland Berger. Durch revolutionäre medizinische Technologien wie mRNA-Impfungen oder Zell- und Gentherapien entstünde eine neue Welt von Möglichkeiten. „Zusammen mit digitalen Angeboten schaffen diese Hybride eine ganz neue Klasse an Therapieformen und haben das Potenzial, die Situation einer großen Anzahl von Patienten zu verbessern", so Neumann.

Dabei glauben 78 Prozent der Befragten, dass digitale Technologien in erster Linie für die Prävention, Früherkennung, Therapieauswahl und Überwachung eine wichtige Rolle spielen werden und weniger für die Therapie selbst. Mehr als 50 Prozent gehen außerdem davon aus, dass Künstliche Intelligenz den Gesundheitsmarkt am stärksten verändern wird. Danach folgen Sensoren für kontinuierliches Monitoring (49 Prozent), Zell- und Gentherapien (35 Prozent) sowie individuelle digitale Coachingmodelle für chronisch erkrankte Patienten (35 Prozent) als die Bereiche, in denen bis 2026 die größten Sprünge zu erwarten sind. „Es geht bei all diesen Innovationen nicht darum, ob sie in der medizinischen Praxis Anwendung finden werden, sondern wann“, sagte Oliver Rong, Partner bei Roland Berger.

Der Studie zufolge wirken sich diese Entwicklungen auf die Akteure im Gesundheitsmarkt unterschied­lich aus und es wird keinen geben, der alles aus einer Hand anbietet. Angesichts der Dynamik im Gesund­heitssektor und der durch die Digitalisierung vielfältigen neuen Optionen sollten alle Marktteil­nehmer ihre künftige Rolle kritisch hinterfragen und die künftigen Markt- und Kostenentwicklungen in Szenarien abbilden.

Einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden laut Roland Berger diejenigen haben, die Koope­rationen eingehen und Plattformen sowie offene Innovationsnetzwerke nutzen. So können Innovationen schneller und für das Gesundheitssystem kosteneffizienter vorangetrieben werden.

Die Rolle der Krankenkassen kann sich laut Roland Berger grundlegend ändern: Nicht nur weil Innova­tionen zu einem weiteren Anstieg der Gesundheitskosten führen können, sondern auch, weil gerade digitale Innovationen neue Angebote für Versicherte ermöglichen. „Menschen übernehmen in Zukunft mehr Eigenverantwortung im Umgang mit ihrer Gesundheit, das Nutzen von digitalen Tools ist nur ein Beispiel hierfür“, so Rong. Als Konsumenten seien sie auch bereit, dafür selbst Geld in die Hand zu nehmen.

„Das ist ein Trend, der schon vor der Pandemie erkennbar war und im Zuge der letzten Monate sicher noch einmal verstärkt wurde", so Rong. Darüber hinaus empfehlen die Experten von Roland Berger auch Ärzten und Krankenhäusern die Digitalisierung ihrer Abläufe und Prozesse weiter zu forcieren. „So lassen sich Behandlungsabläufe für Patienten und Mitarbeiter einfacher und effizienter gestalten", sagt Rong. © hil/aerzteblatt.de

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