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Medizin

Therapie verengter Halsschlagadern zur Schlaganfall­prophylaxe: Operation und Stent sind gleichwertig

Samstag, 13. November 2021

/piyaphat, stock.adobe.com

Oxford – Carotis-Stents und eine offene Gefäßoperation an der Halsschlagader sind kurz- und langfristig gleichwertige Verfahren, um einem Schlaganfall vorzubeugen. Das zeigt eine Studie der Universität Oxford im Fachmagazin Lancet (2021; DOI: 10.1016/S0140-6736(21)01910-3). Die Deutsche Gesell­schaft für Neurologie (DGN) hat die Studie jetzt bewertet.

Schlaganfälle können verschiedene Ursachen haben – in den meisten Fällen handelt es sich um ischämische Schlaganfälle, also eine Unterbrechung der Durchblutung eines Gehirnareals. Ursächlich sind oft Verschlüsse von Hirnarterien durch Arteriosklerose oder Blutgerinnsel zum Beispiel von arteriosklerotischen Plaques der Halsschlagadern.

Bei zunehmender Stenosierung der Arteria carotis interna steigt das Schlaganfallrisiko. Zur präventiven Behandlung stehen 2 Methoden zur Verfügung: das Carotis-Stenting („carotid artery stenting“, CAS) und das gefäßchirurgische Verfahren der Carotis-Endarteriektomie (CEA), eine offene Gefäßoperation, bei der die Ablagerungen praktisch vollständig aus der Arteria carotis herausgeschält werden.

„Ob und wann bei asymptomatischen Carotisstenosen eine Intervention erfolgen sollte, wird in Fach­kreisen weltweit nicht immer einheitlich diskutiert, denn beide Prozeduren erhöhen kurzfristig das Schlaganfallrisiko“, hieß es aus der DGN. Das Risiko für asymptomatische Patientinnen und Patienten, einen Schlaganfall in Folge der Intervention mit bleibender Behinderung zu erleiden oder zu versterben, liege nach deutschen Registerdaten für beide Methoden bei 0,7 %.

„Insgesamt war allerdings die bisherige Evidenz für das Vorgehen bei asymptomatischer Carotisstenose nicht zufriedenstellend, da in randomisierten Studien nicht genug Patientinnen und Patienten einge­schlossen worden waren“, berichtet die Fachgesellschaft.

Für die neue Studie hat die britische Arbeitsgruppe in 130 Zentren aus 33 Ländern 3.625 Patienten mit asymptomatischer Carotisstenose eingeschlossen. Die Carotisstenosen wurden sonografisch diagnos­tiziert (Verengung ≥60 %). Es bestand bei allen Studienteilnehmenden eine Indikation zur Intervention. Alle Patientinnen und Patienten erhielten eine optimale Behandlung bekannter Risikofaktoren, sie wurden randomisiert mit CAS (n=1.811) oder CEA (n=1.814) behandelt und einen Monat lang nachbeob­achtet, gefolgt von jährlichen Follow-up-Untersuchungen für im Mittel 5 Jahre.

Insgesamt erlitten 1% der Betroffenen innerhalb von 30 Tagen einen Schlaganfall auf Grund des Eingriffs mit bleibender Behinderung oder verstarben (15 in der CAS-Gruppe, 18 in der CEA-Gruppe). Ungefähr 2% hatten sogenannte prozedurale Schlaganfälle ohne bleibende Behinderung (48 in der CAS-Gruppe sowie 29 in der CEA-Gruppe).

Die nicht-prozedurale Schlaganfallrate (tödlich oder mit Behinderung) über 5 Jahre betrug in jeder Gruppe rund 2,5 % – und für Schlaganfälle aller Ursachen 5,3 % in der CAS-Gruppe versus 4,5 % in der CEA-Gruppe ohne dass die Differenz signifikant wäre.

„Schwere Komplikationen sind heute bei fachgerechter Durchführung beider Methoden selten. Der Nutzen beziehungsweise die langfristige Risikoreduktion über fünf Jahre sind ebenfalls vergleichbar“, erläuterte Peter Berlit, Generalsekretär der DGN. „Wenn die Indikation für einen Eingriff besteht, sollten Ärzte gemeinsam mit den Patienten die Therapieentscheidung individuell treffen“, empfiehlt er. © hil/aerzteblatt.de

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