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Ärzteschaft

Hartmannbund Brandenburg kritisiert Empfehlung für Drittimpfung bei Senioren

Montag, 27. September 2021

/picture alliance, Peter Kneffel

Potsdam – Der Hartmannbund Brandenburg hat die Empfehlung der Gesundheitsminister­konferenz und auch von Ärzten und Ministerium im Land kritisiert, neben Risikogruppen auch allgemein „älteren Men­schen“ Auffrischimpfungen anzubieten. Das halte er für problematisch, erklärte deren Vorsit­zender, Hanjo Pohle, heute.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) habe bislang ausdrücklich nur für bestimmte Risikopatienten eine dritte Coronaschutzimpfung empfohlen. Es stelle sich die Frage, ob politische Strukturen wie Ministerien wirklich über die Kompetenz verfügten, derartige Beschlüsse ohne Abstimmung mit wissenschaftlich etablierten Kommissionen zu fassen, so der Mediziner. „Derart erratische Verhaltensweisen erzeugen in der Ärzteschaft Unverständnis und Irritation, welche sich ebenfalls auf die Patientinnen und Patienten übertragen (...)“, kritisierte Pohle.

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Die STIKO spricht sich in ihrer aktuellen Empfehlung bislang nicht für generelle Auffrischungsimpfungen bei Senioren aus – obwohl ältere Menschen diese in Deutschland bereits bekommen können. Empfohlen wird eine Boosterdosis mit einem mRNA-Impfstoff aber für Menschen mit Immunschwäche. Die STIKO arbeitet derzeit die Studienlage für eine Auffrischimpfung anderer Bevölkerungsgruppen auf. Eine Ent­scheidung soll es in den kommenden Wochen geben.

Ein weiteres Problem sieht der Vorsitzende des Hartmannbundes in der Fokussierung auf dritte Imp­fungen als Ansatz zur weiteren Pandemie-Bekämpfung. In der Wissenschaft scheine es den Konsens zu geben, dass der entscheidende Hebel in der weiteren Verringerung des Anteils von Nichtgeimpften im Verhältnis zu geimpften Personen bestehe.

„Hieran ändern Auffrischimpfungen leider rein gar nichts“, schätzte Pohle ein. Gerade in Brandenburg gebe es mit 36 Prozent noch gar nicht Geimpften erhebliches Betätigungsfeld für die Politik. © dpa/aerzteblatt.de

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