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Vermischtes

Besorgnis über das Suchtpotential von Online-Glücksspielen

Dienstag, 28. September 2021

/Maksym Yemelyanov, stock.adobe.com

München/Köln/Stuttgart – Die Legalisierung des Online-Glücksspiels, die mit dem neuen Glücksspiel­staatsvertrag (GlüStV) im Juli 2021 einhergegangen ist, könnte dazu führen, dass noch mehr Menschen in Deutschland spielsüchtig werden.

„Ich war und bin grundsätzlich dagegen, Online-Glücksspiel in diesem Umfang zu legalisieren“, sagt Konrad Landgraf, Geschäftsführer der Landesstelle Glücksspiel­sucht in Bayern im Vorfeld des bundesweiten Aktionstags Glücksspielsucht am 29. September. Die Landesstelle weist darauf hin, dass im Augenblick rund 70.000 Menschen in Bayern ein Problem mit übermäßigem Glücksspiel haben.

Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) warnt vor den Suchtrisiken von Glücksspielen. „Online-Glücksspiele haben erhöhtes Suchtpotenzial, weil sie fast immer und überall verfügbar sind und zu jeder Tages- und Nachtzeit am Smartphone, Tablet oder PC gespielt werden können. Durch die Anonymität im Netz und die virtuellen Geldeinsätze können sich Verluste schnell unkontrolliert erhöhen und in eine Schuldenfalle führen“, erläutert Michaela Goecke, Leiterin des Referates für Suchtprävention der BZgA.

Eine Glücksspielsucht entwickle sich meist schleichend und von Betroffenen fast unbemerkt. „Deshalb ist es wichtig, für die Suchtrisiken von Glücksspielen zu sensibilisieren und so eine Glücksspielsucht rechtzeitig zu vermeiden“, so die Expertin. Aktuelle BZgA-Studiendaten belegten, dass rund 430.000 Menschen in Deutschland spielsüchtig seien oder ein problematisches Glücksspielverhalten zeigten.

Die BZgA bietet auf der Website www.check-dein-spiel.de Informations- und Beratungsangebote, auch zu Online-Glücksspielen, Erläuterungen des aktuellen Glücksspielstaatsvertrags und zum Thema Spielersperren.

Auch die Politik ist alarmiert. „Während der Pandemie und der zeitweiligen Schließungen der Spielhallen hat die Teilnahme an Online-Glücksspielen bedenklich zugenommen. Und diese Online-Spiele haben ein wesentlich höheres Suchtpotential als das herkömmliche Spielen in Spielhallen“, teilte das Gesundheitsministerium in Baden-Württemberg mit.

Baden-Württemberg beteiligt sich an dem Aktionstag mit einer Informationskampagne. Unter dem Slogan „Setz dein Glück nicht aufs Spiel“ werden insbesondere junge Menschen auf sozialen Netzwerken angesprochen. © hil/aerzteblatt.de

Kommentare

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Hortensie
am Mittwoch, 29. September 2021, 11:37

Zocken an den Börsen ist erlaubt ... Stichworte: Hypo Real Estate u. Bankenrettung

Ohne dass ich jetzt dazu Zahlen habe, würde ich behaupten, dass für das Zocken mit Aktien u. ähnlichem an den Börsen mehr Geld verschwendet wird, wie mit Lotto/Toto/Sportwetten oder den Glücksspielangeboten, die online oder ggf. in Spielhallen erfolgen.

Mir scheint, dass das Zocken an den Börsen gesellschaftlich anerkannt ist, zumal unsere Regierung in 2008 ff. die Hypo Real Estate Bank, die durchs Zocken viele Euros verspielte, mit rd. 21 Milliarden Euro "gerettet" haben soll (Stichwort: Bankenrettung).
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