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Gesundheitsämter können Infektionswarnungen über Luca-App senden

Mittwoch, 29. September 2021

/picture alliance, Soeren Stache

Berlin – Die Gesundheitsämter in Deutschland können künftig Nutzerinnen und Nutzer der Luca-App über die Anwendung selbst auf ein erhöhtes individuelles Coronainfektionsrisiko hinweisen.

Die neuen Risikohinweise seien in den vergangenen zwei Wochen intensiv von über 20 Gesundheits­ämtern erprobt und feinjustiert worden, erklärte Patrick Hennig, Geschäftsführer der Culture4Life GmbH, heute in Berlin. Nach einer weiteren Testphase werde die Funktion im Herbst für alle Gesundheitsämter freigeschaltet. Damit können die Ämter viele Menschen gleichzeitig erreichen, ohne sie einzeln anrufen zu müssen.

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Die Verantwortlichen in den Gesundheitsämtern können bei der Kontaktaufnahme über die Luca-App zwischen zwei verschiedenen Abstufungen wählen. Zum einen können die Nutzer über ein allgemeines Infektionsrisiko informiert werden. Sollten sich an einem mit der Luca-App erfassten Ort mehrere Perso­nen aufgehalten haben, die später positiv auf das Coronavirus getestet wurden, können die Gesundheits­ämter auch eine gezielte Infektionswarnung aussprechen und die gefährdeten Personen auf Testzentren in der Umgebung hinweisen.

Die Luca-App will die Zettelwirtschaft ersetzen, die bei einer analogen Erfassung der Besuche von Res­tau­rants, Ausstellungen und anderen Events entsteht. Die Anwendung wird seit Monaten von Daten­schutz­aktivisten und etlichen Sicherheitsforschern kritisiert.

Sie stören sich unter anderen an der zentralen Datenspeicherung und halten die App für unwirksam. Zu den Luca-Skeptikern gehören auch einzelne Vertreter von Gesundheitsämtern, etwa in Berlin-Neukölln.

Ausgebaut werden auch die Systemhinweise der Luca-App, wenn die Gesundheitsämter auf die Daten der Nutzer zugreifen. So sollen die Anwender künftig auch darauf hingewiesen werden, wenn es an einem Luca-Standort es für einen bestimmten Zeitraum mehrere Anfragen im Rahmen einer Infektions­nachverfolgung gab. Möglicherweise handelt es sich dann um einen Ort mit erhöhtem Infektions­geschehen.

Die Hinweise des Luca-Systems erfolgen über die App selbst, da aus Datenschutzgründen keine E-Mail-Adressen erfasst werden. Die App validiert bei der Ersteinrichtung aber, ob die Nutzer jeweils eine gül­tige Telefonnummer eingegeben haben. © dpa/aerzteblatt.de

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