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Ärzteschaft

Gefäßchirurgen drängen auf Maßnahmen gegen häufige Amputationen beim diabetischen Fuß

Mittwoch, 29. September 2021

/picture alliance, Heike Brauer

Mannheim – Mehr als 40.000 Amputationen in Deutschland pro Jahr wegen eines diabetischen Fußsyn­droms sind laut der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) deutlich zu viel. Laut der Fachgesellschaft wären bis zu 80 Prozent der Amputationen von Ober- oder Unterschenkel vermeidbar.

„Durch die konsequente Prävention von Fußgeschwüren, die rechtzeitige Diagnostik und eine interdis­ziplinäre Therapie von Gefäßverschlüssen ließe sich ein Großteil der Amputationen vermeiden“, sagte Dittmar Böckler, Past-Präsident der DGG.

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Bei der Behandlung des diabetischen Fußsyndroms stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: Zentral dafür ist es laut der DGG, die Durchblutung des Beines zu verbessern. Das könne mit verschie­denen Eingriffen erfolgen – etwa mit Bypassoperationen oder mit katheterbasierten minimalinvasiven Verfahren wie der Aufweitung eines verschlossenen Gefäßes mithilfe eines Ballons.

Auch direkte chirurgische Eingriffe am erkrankten Fuß zur Druckentlastung sowie plastisch-rekonstruk­tive Operationen, bei denen Haut verpflanzt wird, um offene Wunden zu schließen, könnten gute Behandlungs­optionen sein.

Amputationen des Fußes oder des Ober- oder Unterschenkels sollten laut der DGG erst der letzte Aus­weg sein. „Amputationen führen zu einer Reduktion der Lebensqualität und haben starke Auswir­kungen auf die Lebenserwartung“, warnte Böckler. Er appellierte daher: „Keine Amputation ohne vorherige Gefäßdarstel­lung und Konsultation eines Gefäßmediziners oder eines Gefäßchirurgen!“ © hil/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #685886
mgvascu
am Mittwoch, 29. September 2021, 18:10

alte Forderung, unverändert gültig,

dazu sind „Systemveränderungen“ geboten: ABI bei jedem Haus- und Facharzt sozusagen „Pflichtuntersuchung“, dafür adäquate Bezahlung( bis heute NICHT vorhanden). Reform der Weiterbildung ist nötig(mehr Richtung Gefässmedizin mit operativ-intervent Schwerpunkt oder konderv Schwerpunkt). Strukturreform der Weiterbildungsstätten (koop Weiterbildung in Klinik-Praxis, siehe unser Gefässzentrum). Strukturreform der Vergütung!!! Unser Hauptproblem ist der besonders krasse NACHWUCHSMANGEL. Ich habe Verständnis für junge Koll., die sich „Gefässmedizin“ in der heutigen Form nicht zumuten wollen.
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