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Impfstoffe schützen laut RKI-Daten zuverlässig vor schwerem COVID-19-Verlauf

Freitag, 1. Oktober 2021

/picture alliance, Wolfgang Kumm

Berlin – Die in Deutschland zugelassenen Coronaimpfstoffe schützen vor COVID-19 – insbesondere vor einem schweren Krankheitsverlauf mit Hospitalisierung. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Wochenbericht schätzt, beträgt dieser Schutz für alle zugelassenen Impfstoffe für die Kalen­derwochen 35 bis 38 etwa 93 Prozent bei den 18- bis 59-Jährigen und 89 Prozent in der Altersgruppe ab 60 Jahren.

Eine Behandlung auf einer Intensivstation wird demnach in der jüngeren Altersgruppe mit einer Zuver­lässigkeit von 96 Prozent verhindert, bei den älteren liegt der Wert bei 94 Prozent. Der Schutz vor einem tödlichen Verlauf beträgt laut RKI bei den jüngeren 97 Prozent und bei den älteren 88 Prozent.

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Die Frage, wie lange der Schutz der Coronaimpfungen anhält, wird viel diskutiert. Einerseits zeigt die steigende Zahl von Impfdurchbrüchen – symptomatische SARS-CoV-2-Infektionen trotz vollständiger Impfung –, dass die Impfungen nicht dauerhaft vor COVID-19 schützen. Andererseits verhindern sie aber zuverlässig schwere Krankheitsverläufe, wie Experten betonen und Daten zeigen.

In den weltweit durchgeführten Zulassungsstudien für die Impfstoffe wurde vorrangig erfasst, wie gut sie vor einer Erkrankung schützten – also vor einer Infektion mit Symptomen wie etwa Husten, Fieber und Schnupfen. Dieser Wert bestimmt die angegebene Impfeffektivität.

„Bei den mRNA-Vakzinen lag diese bei 94 bis 95 Prozent, bei dem Impfstoff von Astrazeneca je nach Impfabstand bei 60 bis 80 Prozent und bei Johnson & Johnson wurden 66 bis 67 Prozent festgestellt“, sagt Carsten Watzl, Immunologe am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung der Technischen Universität Dortmund.

„Der Schutz vor schwerer Erkrankung war noch besser, konnte in den Studien aber nie so genau angege­ben werden, weil man damals zum Glück nur eine Handvoll schwere Fälle hatte“, betont der General­sekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie.

Durch die laufende Impfkampagne lässt sich die Effektivität nun auch anhand Daten jenseits der Zulas­sungsstudien ablesen – damit sind differenziertere Aussagen zum Impfschutz möglich. So erklärt Leif Erik Sander, Leiter der Forschungsgruppe Infektionsimmunologie und Impfstoffforschung an der Berliner Charité: „Wie zu erwarten war, stellen wir fest, dass der Schutz gegen Infektion, auch gegen eine sympto­matische Infektion, über die Zeit etwas nachlässt, wenn man die Gesamtbevölkerung betrachtet.“

Daten aus Großbritannien und Israel zeigen demnach zudem, dass der Impfschutz bei Älteren stärker schwindet. Ferner hatte eine britische Studie, deren Ergebnisse als Preprint veröffentlicht wurden, erge­ben, dass die Wahrscheinlichkeit, trotz Impfung zu erkranken, größer wird, je länger die Immunisierung zurückliegt.

Ergänzende Zahlen lieferte jüngst eine Untersuchung der US-Gesundheitsbehörde CDC: Demnach sank die Wirksamkeit des Biontech-Präparats nach vier Monaten auf 77 Prozent, während Moderna mit einer Effektivität von 92 Prozent nahezu stabil blieb.

Dazu passen laut Watzl die Zahlen des Robert-Koch-Instituts zu Impfdurchbrüchen: „Bei Moderna gibt es bislang am wenigsten Durchbruchsinfektionen, Biontech und Astrazeneca liegen gleichauf, wobei man noch berücksichtigen müsste, wer welches Vakzin bekommen hat – ob also die Jungen, Gesunden eher Moderna und die Älteren eher Astrazeneca oder Biontech erhalten haben.“ Am schlechtesten schneide das Johnson & Johnson-Vakzin ab, von dem allerdings bislang auch nur eine Dosis gegeben werde.

Schutz vor Ansteckung mit Symptomen ist nur ein Aspekt bei der Frage nach der Dauer des Impfschutzes. Ein anderer ist der Schutz vor einer schweren Erkrankung, die mit Hospitalisierung, Beatmung oder gar Tod einhergehen kann. „Dieser Schutz ist bei allen Impfstoffen nach einem halben Jahr noch fast genauso hoch wie zu Beginn“, betont Sander. © dpa/aerzteblatt.de

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