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Europäische COVID-19-­Umfrage zeigt Impfbereitschaft im Aufwärtstrend

Dienstag, 5. Oktober 2021

/Yakobchuk Olena, stock.adobe.com

Hamburg – Mit 82 Prozent erreicht die Impfbereitschaft in Deutschland vorerst ihren Höchstwert und legt im Vergleich zu Juli um neun Prozentpunkte zu. 13 Prozent sind nicht bereit, sich impfen zu lassen, fünf Prozent sind sich unsicher.

Das ergab die repräsentative Befragung European Covid Survey (ECOS), die das Hamburg Center for Health Economics (HCHE) der Universität Hamburg vom 7. bis 21. September 2021 in acht europäischen Ländern durchgeführt hat.

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Den Aufwärtstrend konnten die Forschenden auch in anderen europäischen Ländern beobachten. In Spa­nien und Portugal war die Bereitschaft, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen mit jeweils 90 Prozent am höchsten. Insgesamt wurden 8.000 Menschen in Deutschland, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Spanien und Portugal befragt.

Den aktuellen von der Politik initiierten Maßnahmen stimmte eine Mehrheit der Befragten in Deutsch­land zu. 57 Prozent sprachen sich für eine 2G-Regelung aus, also nur noch Geimpften oder Gene­senen Zutritt beispielsweise in Restaurants oder Clubs zu gewährleisten.

Ebenso sehen das die Menschen in Großbritannien, Spanien und Italien. Die geringste Zustimmung mit 43 Prozent gibt es in Dänemark (siehe Bildergalerie). Ergänzt man die 2G-Regelung um die Gruppe der PCR-Getesteten wächst die Zu­stimmung in Deutschland um weitere vier Prozentpunkte auf 61 Prozent.

Dass am 11. Oktober 2021 Schnelltests in Deutschland kostenpflichtig werden, finden 64 Prozent richtig, 24 Prozent lehnen dies ab. Bis auf Dänemark und Frankreich stößt die Bezahlung auch in den anderen befragten europäischen Ländern mehrheitlich auf Zustimmung.

Bildergalerie

Erwartungsdruck Erhöht Widerstand bei Ungeimpften

Die Umfrage offenbarte zudem den geringen Einfluss der aktuellen Maßnahmen auf Ungeimpfte. Fast 70 Prozent der noch nicht geimpften Menschen, zeigte sich unbeeindruckt von 2G, kostenpflichtigen Tests oder einer Impfpflicht durch den Arbeitgeber.

Nur maximal vier Prozent der Ungeimpften erwägen da­durch eine Impfung. Bei rund 30 Prozent führt dies sogar zu einer Gegenreaktion: Sie geben an, dass eine Impfung noch unwahrscheinlicher würde.

„Neben der größten Sorge, dass die Impfung gegen COVID-19 möglicherweise nicht sicher genug ist, füh­len sich zwei von drei Ungeimpften durch Politik und Gesellschaft unter Druck gesetzt“, so Jonas Schreyögg, wissenschaftlicher Direktor des HCHE. Zu hoher Erwartungsdruck ist damit einer der Haupt­gründe für Menschen, sich nicht impfen zu lassen.

Zuwächse lassen sich auch bei der Impfbereitschaft von Eltern für ihre Kinder und Jugendlichen fest­stellen. Im Vergleich zum Juni stieg die Impfbereitschaft um sieben Prozentpunkte auf 60 Prozent. Waren im Juni noch 23 Prozent unsicher, sind dies aktuell nur noch 13 Prozent. Nach der STIKO-Empfehlung Mitte August hätte Schreyögg jedoch mehr als nur einen solch moderaten Anstieg erwartet.

Impfbereitschaft im Gesundheitswesen in Prozent

Arzt/Ärztin: 76,6
Forschung: 70,4
Studierende, Auszubildende: 69,9
Psychologen, psychologische Psychotherapeuten: 68,4
Sonstiges (z.B. Seelsorger, Lehrkraft, Sozialarbeiter, IT-/Technikmitarbeitende): 67,1
Verwaltungsmitarbeitende mit/ohne direkten Patientenkontakt: 60,5
Nichtmedizinische Heilberufe (z.B. Physio-/Ergo-/Sprachtherapeuten, Heil-/Sozialpädagogen): 60,0
MTA (Medizinisch-technische Angestellte): 58,6
Pflegekräfte: 56,9

Quelle: Bundesgesundheitsblatt 2021

Impfbereitschschaft unter Ärzten deutlich höher als bei Pflegekräften und MTAs

In einer kürzlich publizierten Studie haben Forschende um Caterina Schug und Eva Morawa vom Uni­versitätsklinikum Erlangen die Impfbereitschaft im deutschen Gesundheitswesen ausgewertet.

Zwischen November 2020 und Januar 2021 hatte ihr Team 6.217 Beschäftigte online befragt. Die durch­schnittliche Impfbereitschaft der Stichprobe lag bei 65,3% und war bei Ärztinnen und Ärzten am höchs­ten (siehe Kasten).

Ein Vergleich dieser Prozentwerte mit denen der Allgemeinbevölkerung zum gleichen Zeitraum (5. Befra­gungswelle des HCHE) zeigt: Seit November 2020 ist die Impfbereitschaft in Deutschland von 57 Prozent auf 62 Prozent leicht gestiegen.

Sie lag damit wenige Prozentpunkte unter dem Durchschnitt im deutschen Gesundheitswesen, aber etwa 14 Prozent unter der Impfbereitschaft von Ärzten. In der deutschlandweiten COSMO-Sonderbefragung (08.12.2020 bis 10.12.2020, 1379 Befragte) hatten sogar nur 48 Prozent angegeben, dass sie sich (eher) gegen COVID-19 impfen lassen würden; die Tendenz war seit April kontinuierlich fallend.

Die Online-Umfrage der Erlanger hatte zudem einige Faktoren identifiziert, die die Impfbereitschaft beeinflussen: Frauen, Alleinlebende, Beschäftigte mit Migrationshintergrund und Beschäftigte in der direkten Patientenversorgung zeigten eine niedrigere Impfbereitschaft. © idw/gie/aerzteblatt.de

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