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Physik-Nobelpreis für deutschen Klimaforscher Hasselmann und zwei weitere Wissenschaftler

Dienstag, 5. Oktober 2021

/picture alliance, Pontus Lundahl, TT

Stockholm – Der diesjährige Physik-Nobelpreis geht an den deutschen Klimaforscher Klaus Hasselmann und an seinen US-japanischen Kollegen Syukuro Manabe sowie an den Italiener Giorgio Parisi.

Damit würden Hasselmann und Manabe für ihre physikalischen Modelle für eine „zuverlässige Vorher­sage der Erderwärmung“ geehrt, teilte die Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm mit. Die beiden Wissenschaftler hätten zum Verständnis beigetragen, wie das Erdklima funktioniert und wie der Mensch es beeinflusst.

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„Wir können nicht mehr sagen, wir hätten es nicht gewusst – die Klimamodelle sind eindeutig. Erwärmt sich die Erde? Ja. Ist die Ursache dafür die erhöhte Menge an Treibhausgasen in der Atmosphäre? Ja. Kann dies allein durch natürliche Faktoren erklärt werden? Nein. Sind die Emissionen der Menschheit der Grund für den Temperaturanstieg? Ja.“

Die andere Hälfte des Preises gehe an Parisi für die Entdeckung, wie das „Zusammenspiel von Unordnung und Fluktuationen physikalische Systeme von der atomaren bis hin zu planetaren Ebene bestimmt“. Die drei Wissenschaftler teilen sich das Preisgeld in Höhe von zehn Millionen Kronen (rund 985.000 Euro).

Der 89-jährige Hasselmann hatte früher das Max-Planck-Institut (MPI) für Meteorologie in Hamburg geleitet. Ebenso wie er arbeitete auch sein 90-jähriger Kollege Manabe an Modellen zur Vorhersage von Klima­ver­änderungen. Der 73 Jahre alte Parisi befasste sich mit komplexen physikalischen Systemen.

Das MPI reagierte mit einem Smiley-Sturm auf die Bekanntgabe „seines“ Preisträgers. „We are speechless“ – „wir sind sprachlos“, twitterte das Institut kurz nach der Bekanntgabe.

Bereits im vergangenen Jahr war ein Deutscher mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet worden. Der Astrophysiker Reinhard Genzel teilte sich den Preis mit dem Briten Roger Penrose und der US-Wissen­schaftlerin Andrea Ghez für ihre Forschungen zu Schwarzen Löchern.

Die diesjährige Nobelpreis-Saison hatte am Montag mit der Kategorie Medizin begonnen. Gestern war der Nobelpreis für Medizin David Julius (USA) und dem im Libanon geborenen Forscher Ardem Patapou­tian zugesprochen worden. Die beiden haben Zellrezeptoren entdeckt, über die Menschen Temperaturen und Berührungen wahrnehmen.

Morgen werden die Träger des Chemie-Nobelpreises verkündet. Am Donnerstag und Freitag folgen die Bekanntgaben für den Literatur- und den Friedens-Nobelpreis. Der Reigen endet am kommenden Montag mit dem von der schwedischen Reichsbank gestifteten Wirtschafts-Nobelpreis.

Die feierliche Überreichung der Auszeichnungen findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel. © dpa/afp/aerzteblatt.de

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