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Politik

Welche Krankenhäuser vergleichsweise viele Pflegekräfte beschäftigen

Dienstag, 5. Oktober 2021

/picture alliance, ROBIN UTRECHT

Siegburg – Das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) hat die Pflegepersonalquo­tienten der deutschen Krankenhäuser auf seiner Internetseite veröffentlicht. Den Auftrag dazu hatte es vom Ge­setzgeber im Pflegepersonal-Stärkungsgesetz erhalten.

Der Pflegepersonalquotient beschreibt das Verhältnis der Anzahl der Vollzeitkräfte in der unmittelbaren Patientenversorgung auf den betten­führenden Stationen im Vergleich zu dem Pflegeaufwand, der sich in den einzelnen Krankenhäusern ergibt.

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Auf diese Weise soll sichtbarer werden, welche Krankenhäuser ver­gleichsweise viele und welche Häuser vergleichsweise wenige Pflegende beschäftigen. In seiner Liste gibt das InEK das Verhältnis aus dem Pflegeaufwand geteilt durch die Zahl der Pflege­kräfte an.

„Die veröffentlichte vergleichende Zusammenstellung ist aufsteigend nach den Pflegeper­sonal­quotien­ten sortiert, so dass zu Beginn die Standorte abgebildet sind, die mit einem niedrigen Pflegepersonal­quo­tienten ein relativ gutes Verhältnis von Pflegelast zu Pflegekraft aufweisen, während sich am Ende der Zusammenstellung die Standorte mit hohen Pflegepersonalquotienten befinden, an denen eine Pfle­gekraft also relativ gesehen eine höhere Pflegelast zu bewältigen hat“, schreibt das InEK zur Erklärung.

Nur die Pflege am Bett wird berücksichtigt

Der Pflegeaufwand wird dabei mithilfe des sogenannten Pflegelastkatalogs ermittelt, der für alle diag­nosebezogenen Fallpauschalen (DRG) ein tagesbezogenes Relativgewicht für den Pflegeaufwand eines Patienten getrennt nach Normal- oder Intensivstation enthält.

Für die Berechnung der Zahl der Pflegenden hat das InEK die in der Pflege am Bett auf bettenführenden Fachabteilungen eingesetzten Pflegekräfte bei vollstationären Fällen gezählt. Dabei wurden Pflegefach­kräfte voll und Pflegehilfskräfte sowie weitere Fachkräfte wie medizinische Fachangestellte und anäs­thesietechnische Assistenten anteilig angerechnet.

COVID-19-Fälle herausgerechnet

Für die aktuellen Pflegepersonalquotienten wurden die COVID-19-Patienten herausgerechnet. Denn im Datenjahr 2020 seien in den allermeisten Krankenhäusern zum Teil erhebliche Fallzahlrückgänge zu ver­zeichnen gewesen, die über die Krankenhäuser in sehr unterschiedlichem Maße verteilt gewesen seien, so das InEK.

„Infolge nur geringer Veränderungen der Pflegepersonalzahlen steigen in der vergleichenden Zusam­men­­stellung im Vergleich zum Vorjahr diejenigen Krankenhäuser mit Fallzahlrückgängen nach oben. Krankenhäuser mit gleichbleibenden Fallzahlen sinken hingegen in der Zusammenstellung relativ nach unten.“

Auch die Versorgung der COVID-19-Fälle verteile sich ungleich auf die Krankenhäuser. „Krankenhäuser, in denen COVID-19-Fälle behandelt wurden, hatten einen zusätzlichen Pflegeaufwand zu bewältigen“, schreibt das InEK.

„Da sich die Anzahl der Pflegekräfte in den einzelnen Krankenhäusern zumeist vergleichsweise wenig geändert hat, zeigt sich die Anzahl der behandelten COVID-19-Fälle bei der Darstellung des Pflegeper­sonalquotienten besonders deutlich: Die Krankenhäuser, die viele COVID-19-Fälle behandelt haben, sin­ken in der vergleichenden Zusammenstellung dadurch nach unten, die anderen steigen hingegen relativ gesehen nach oben.“

Daten nur beschränkt aussagekräftig

Obwohl es die COVID-19-Fälle herausgerechnet hat, weist das InEK darauf hin, „dass die Pflegeperso­nalquotienten in diesem Jahr insbesondere aufgrund der unterschiedlich starken Fallzahlrückgänge in den Krankenhäusern infolge der Coronapandemie nur beschränkt aussagekräftig sind“.

Das InEK ist dazu verpflichtet, jedes Jahr bis zum 31. August die aktuellen Pflegepersonalquotienten zu veröffentlichen. In diesem Jahr sei die Veröffentlichung – in Absprache mit dem Bundesgesundheits­ministerium (BMG) – etwas später erfolgt, da die Auswirkungen der Pandemie zusätzliche Analysen und eine Plausibilisierung der Ergebnisse erforderlich gemacht hätten. © fos/aerzteblatt.de

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