NewsHochschulenDFG-Förderung der Hochschulen: Die Drittmittelquote bleibt stabil
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

DFG-Förderung der Hochschulen: Die Drittmittelquote bleibt stabil

Dienstag, 5. Oktober 2021

/monropic, stock.adobe.com

Berlin – Das Verhältnis zwischen der Drittmittelfinanzierung und der staatlichen Grundfinanzierung der Universitäten und Hochschulen in Deutschland bleibt stabil. Dies zeigt der aktuelle Förderatlas der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der alle drei Jahre herausgeben wird und den diese als „Förderatlas 2021“ für den Berichtszeitraum 2017 bis 2019 heute gemeinsam mit der Hochschulrekto­ren­konferenz (HRK) und dem Stifterverband (SV) vorstellte.

„Die Hochschulen sind für ihre auskömmliche Finanzierung weiter auf Drittmittel angewiesen, doch nimmt der Drittmitteldruck auch dank der fortgesetzten Dynamik bei den Grundmitteln nicht mehr weiter zu“, erläuterte DFG-Präsidentin Katja Becker.

Anzeige

Es sei erfreulich, dass der Drittmittelanteil an der Gesamtfinanzierung der Hochschulen, der jahrelang in Deutschland ansteigend gewesen sei und 2013 mit 28,1 Prozent einen Höchststand erreicht habe, in­zwischen weitgehend stabil oder sogar leicht degressiv sei und der Anteil der Grundmittel ansteige.

„Drittmittel sind eine zusätzliche und weiterhin notwendige Finanzierungsquelle für die Hochschulen und Forschungseinrichtungen und zugleich ein wichtiges Instrument des Wettbewerbs, aber auch der Profilbildung und Qualitätssicherung im Wissenschaftssystem“, betonte Becker.

Insgesamt erhielten die Hochschulen in Deutschland 2019 rund 23,7 Milliarden Euro Grundmittel und 8,7 Milliarden Euro Drittmittel, wobei die DFG nach wie vor die größte Drittmittelgeberin ist. Gestiegen ist der Anteil des Bundes, der 2010 noch bei 22 Prozent gelegen hatte und nun 29 Prozent erreicht hat. Aus der EU kamen 2019 rund 10 Prozent aller Drittmittel. Gesunken sind indes die Drittmittel aus Indus­trie und Wirtschaft von 21 Prozent im Jahr 2010 auf 17 Prozent im Berichtsjahr 2019.

Neu im aktuellen Förderatlas sind Analysen zu eingeworbenen Drittmitteln nach Bundesländern. Der größte Anteil der rund 9,48 Milliarden Euro DFG-Mittel gingen im Berichtszeitraum nach Nordrhein-Westfalen (1,83 Milliarden Euro), gefolgt von Baden-Württemberg (1,6 Milliarden Euro) und Bayern (1,46 Milliarden Euro).

An diese Spitzengruppe schließt sich eine Gruppe mit Berlin (839 Millionen), Niedersachsen (791 Millio­nen), Hessen (636 Millionen) und Sachsen (600 Millionen) an. Es folgen Rheinland-Pfalz (304 Millionen), Hamburg (297 Millionen), Schleswig-Holstein (221 Millionen), Thüringen (204 Millionen), Bremen (201 Millionen), Sachsen-Anhalt (160 Millionen), Brandenburg (141 Millionen), das Saarland (103 Millionen) und Mecklenburg-Vorpommern (98 Millionen).

Weder zwischen Nord und Süd noch zwischen Ost und West gebe es ein Gap bei den Förderungen, be­ton­te Becker. Dies betreffe auch die einzelnen Regionen: An der Spitze liegt Berlin mit 839 Millionen Euro Drittmitteln, gefolgt von der Region München mit 816 Millionen Euro. Mit größerem Abstand kommt dann die Region Unterer Neckar (Heidelberg und Mannheim) mit 432 Millionen Euro. „Es zeigt sich, wie vielfältig und vor allem räumlich verteilt die Wissenschaftslandschaft in Deutschland ist“, sagte Becker.

Die Ranglisten der DFG-Bewilligungen nach Hochschulen und Wissenschaftsbereichen zeigen für 2017 bis 2019 nur wenige Veränderungen: An der Spitze der 40 bewilligungsstärksten Hochschulen liegen allerdings erstmals beide Münchner Universitäten, an erster Stelle erneut die LMU München mit 369 Millionen Euro, nun gefolgt von der TU München mit 347 Millionen Euro und der Universität Heidelberg mit 332 Millionen Euro.

Es folgen die RWTH Aachen, die TU Dresden, die FU Berlin, die Universität Tübin­gen, die Universität zu Köln, die Universität Freiburg und die Universität Erlangen-Nürnberg. In den Lebenswissenschaften lagen die LMU München, die Universitäten Heidelberg, Freiburg, Göttingen und die TU München vorn.

Der neue Förderatlas zeigt zudem eine verstärkte die internationale Zusammenarbeit der mit DFG-Mitteln geförderten Forschungsprojekte. Zwischen 2017 und 2019 wurde fast jedes fünfte Förderprojekt mit mindestens einer internationalen Beteiligung durchgeführt. Dies belege eindrucksvoll, in welch hohem Maße die Hochschulen und Forschungseinrichtungen die von ihnen eingeworbenen Drittmittel in die weitere Stärkung ihrer Fächerprofile und internationalen Vernetzung investieren, kommentierte Becker.

Der Förderatlas 2021 wurde zudem durch zwei Sonderkapitel erweitert. Ausgewertet wurden zum einen die Förderungen zwischen 1921 und 1945, die von der Vorgängerorganisation der DFG, der „Notgemein­schaft der Deutschen Wissenschaft“, bewilligt wurden. Das zweite Sonderkapitel, „30 Jahre vereint for­schen“, analysiert anhand der DFG-Förderungen die schrittweise Integration der früheren DDR-Forschung nach der Wiedervereinigung in das nun gesamtdeutsche Forschungs- und Fördersystem. © ER/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER