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Politik

Berlin und Baden-Württemberg überarbeiten 2G-Regeln

Mittwoch, 6. Oktober 2021

/dpa, Daniel Reinhardt

Berlin – Berlin und Baden-Württemberg haben den Weg für 2G statt 3G freigemacht. Bei Großver­anstal­tun­gen in Berlin gelten damit ab dem kommenden Sonntag keine Obergrenzen mehr für Besucherzah­len, wenn alle Teilnehmer gegen Corona geimpft oder genesen sind (2G).

„Jetzt wollen wir versuchen, schrittweise in einen Regelbetrieb überzugehen“, sagte Finanzsenator Mat­thias Kollatz (SPD) gestern nach der Senatssitzung zu dem Beschluss. Galt zuvor noch eine Obergrenze von 25.000 Menschen, so könnte nach den neuen Regeln zum Beispiel das Olympiastadion wieder kom­plett gefüllt werden – und die Teilnehmer müssten keine Maske tragen.

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Schon seit einiger Zeit gilt, dass Betreiber etwa von Restaurants oder Veranstalter selbst entscheiden können, ob sie den Zutritt zu ihren Innenräumen Geimpften, Genesenen und Getesteten (3G) erlauben oder nur noch Geimpften und Genesenen (2G). Im Falle von 2G entfällt die Maskenpflicht.

Ergänzend dazu beschloss der Senat gestern, dass bei einer 2G-Veranstaltung auch das Personal geimpft oder genesen sein muss – wenn es mit Kunden in unmittelbaren Kontakt kommt, so der Senator.

Eine weitere Neuerung gibt es bei den Ausnahmen rund um den Zugang zu 2G-Angeboten. Bisher galten diese nur für Kinder unter zwölf Jahren, da es für diese noch keine Impfmöglichkeit gibt. Ab Sonntag dür­fen auch Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, an den 2G-Angeboten teilnehmen.

Voraussetzung dafür ist ein negativer PCR-Test. Die Kosten müssen im Regelfall selbst getragen werden. Nur Menschen, die staatliche Leistungen wie Sozialhilfe oder Hartz IV beziehen, zahlen laut Kollatz nicht selbst.

Baden-Württemberg will künftig auch größere Veranstaltungen ohne Maskenpflicht und Abstandsregeln erlauben, wenn nur Geimpfte und Genesene zugelassen sind. Das Land plant in der neuen Coronaver­ord­nung, die ab Mitte Oktober gelten soll, ein 2G-Optionsmodell, das es in einigen Bundesländern schon länger gibt.

Damit könnte es auch wieder volle Säle und volle Fußballstadien geben, teilte das Sozialministerium gestern mit. Schon bisher können Gastronomen und Veranstalter selbst entscheiden, ob sie nur Geimpfte oder Genesene zulassen, allerdings müssen die Gäste trotzdem Mund- und Nasenschutz tragen und auf Abstand achten. Das soll nun wegfallen. Hintergrund sind die stagnierenden Infektionszahlen und die höhere Impfquote.

Ein Sprecher des Sozialministeriums sagte der Heilbronner Stimme und dem Südkurier: „Das Options­modell soll Erleichterungen in Bezug auf Maskenpflicht und beim Umgang mit der Abstandsempfehlung enthalten. Der Entwurf zur Änderungen der Corona-Verordnung befindet sich derzeit aber noch in der regierungsinternen Abstimmung.“ Weitere Details, also zum Beispiel die damit verbundenen Betreiber­pflichten, stünden noch nicht fest.

Bisher gilt in Baden-Württemberg für Veranstaltungen die Obergrenze von 25.000 Besuchern unter 3G-Bedingungen. Bis zur Grenze von 5.000 Gästen können die Veranstalter ihre Kapazität voll ausnutzen. Darüber hinaus höchstens die Hälfte der weiter zur Verfügung stehenden Plätze.

Bisher hatte die Landesregierung 2G nur in dem dreistufigen Alarmsystem vorgesehen, mit dem sie auf eine mögliche Überlastung der Krankenhäuser mit COVID-19-Patienten reagieren will. Nach dem System gilt derzeit die sogenannte Basisstufe.

Die Warnstufe wird ausgerufen, sobald 250 Intensivbetten mit COVID-19-Patienten belegt sind oder acht von 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen mit Coronasymptomen in eine Klinik eingeliefert wurden. Dann haben Ungeimpfte nur noch mit negativem PCR-Test Zugang zu bestimmten öffentlichen Bereichen.

Stufe drei – die Alarmstufe – gilt, sobald 390 COVID-Patienten auf Intensivstationen behandelt werden oder die so genannte Hospitalisierungsinzidenz bei 12 liegt. Dann haben Ungeimpfte gar keinen Zutritt mehr zu Restaurants, Kultur- und Sportveranstaltungen. © dpa/aerzteblatt.de

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