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Glyphosatstreit: Monsanto gewinnt Prozess gegen Mutter von krebskrankem Jungen

Mittwoch, 6. Oktober 2021

Das Unkrautvernichtungsmittel Roundup vom Chemiekonzern Monsanto (Bayer AG) mit dem Wirkstoff Glyphosat./ picture alliance, XAMAX

Los Angeles – Im Streit um den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup hat die Mutter eines krebskranken Jungen in Kalifornien einen Prozess gegen die Bayer-Tochter Monsanto verloren. Wie die Anwälte der Klägerin Destiny Clark gestern mitteilten, gab es aus Sicht der Geschworenen keine Beweise für einen Zusammenhang zwischen dem Mittel und der Krankheit des Jungen, Ezra Clark. Bayer zeigte sich erfreut über das „positive Urteil“.

Der Junge war laut Klageschrift erst vier Jahre alt, als bei ihm im Jahr 2016 das Burkitt-Lymphom fest­ge­stellt wurde, eine seltene und besonders aggressive Krebsart. Dieses Lymphom zählt zu den am schnell­sten wachsenden Tumorarten. Das Kind war der Klage zufolge dem Unkrautvernichter ausgesetzt, als die Mutter diesen auf ihrem Grundstück versprühte.

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In ihrer Mitte September bei einem Gericht in Los Angeles eingereichten Klage machte die Mutter nun Monsanto für die Erkrankung ihres Sohnes verantwortlich. Die Jury befand jedoch, es gebe keinen Beweis für einen direkten Zusammenhang der Erkrankung des Kindes mit dem Mittel Roundup.

Ein Bayer-Sprecher erklärte, das Unternehmen habe „großes Mitgefühl für Ezra Clark und seine Familie“. Die Geschworenen hätten jedoch „die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu diesem Fall sorgfältig abgewo­gen“ und seien zu dem Schluss gekommen, „dass Glyphosat nicht die Ursache seiner Krankheit ist“. Das Urteil entspreche „sowohl der Einschätzung der zuständigen Regulierungsbehörden weltweit als auch den umfangreichen wissenschaftlichen Erkenntnissen aus vier Jahrzehnten“.

Die Anwälte der Klägerin erklärten, es handele sich um einen „sehr ungewöhnlichen Fall“. Die Geschwo­renen seien lediglich gefragt worden, ob die Krebserkrankung des Jungen darauf zurückzuführen sei, dass er Roundup ausgesetzt gewesen sei. Beweise zum Verhalten von Monsanto seien nicht erlaubt ge­wesen. Die Anwälte erwogen demnach, in Berufung zu gehen.

Monsanto sieht sich wegen Roundup in den USA bereits mit zahlreichen Klagen konfrontiert, in denen das Herbizid als Ursache von Krebserkrankungen benannt wird. Das US-Unternehmen war im Jahr 2018 von Bayer aufgekauft worden. Der Leverkusener Chemiekonzern übernahm damit auch die juristischen Probleme von Monsanto.

Bayer betont stets, dass Roundup bei sachgerechter Anwendung sicher sei und verweist auf entsprechen­de Einschätzungen unter anderem der US-Umweltbehörde EPA und auch der Aufsichtsbehörden in der EU und Deutschland. Die zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehörende Internationale Agentur für Krebsforschung hatte hingegen 2015 konstatiert, dass Glyphosat „wahrscheinlich krebserregend bei Menschen“ sei.

Im August zog der Leverkusener Konzern im Glyphosat-Rechtsstreit vor das Oberste Gericht der USA. Bayer beantragte dort eine Revision des sogenannten Hardeman-Falls.

In diesem Fall hatte ein Bundesberufungsgericht in San Francisco im Mai eine Verurteilung des Konzerns zu Schadenersatz in Millionenhöhe an den an Krebs erkrankten Edwin Hardeman bestätigt, der jahrelang Roundup verwendet hatte. Zur Begründung hatte es in dem Fall unter anderem geheißen, Monsanto habe nicht genügend vor den gesundheitlichen Risiken des Einsatzes von Roundup gewarnt.

Im Mai stieg Bayer aus einem Vergleichsverfahren mit dem Ziel einer milliardenschweren Einigung mit zehntausenden Klägern aus. Stattdessen entwickelte der Konzern einen Fünf-Punkte-Plan, mit dem künft­­igen Rechtsrisiken zu Roundup begegnet werden soll. © afp/aerzteblatt.de

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