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Chemie-Nobelpreis an Deutschen und US-Forscher

Mittwoch, 6. Oktober 2021

/picture alliance, Claudio Bresciani/TT

Stockholm – Die diesjährigen Nobelpreisträger für Medizin und Physik stehen bereits fest. Nun hat die Jury auch die Preisträger für Chemie bekanntgegeben.

Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an den Deutschen Benjamin List und den in Schottland geborenen US-Forscher David W.C. MacMillan für Methoden zur Beschleunigung chemischer Reaktionen. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften heute in Stockholm mit.

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Die Chemiepreisträger des Jahres hätten ein neues und geniales Werkzeug für den Aufbau von Molekü­len entwickelt, die Organokatalyse, hieß es. Sie werde für die Erforschung neuer Arzneimittel eingesetzt und habe auch dazu beigetragen, die Chemie umweltfreundlicher zu machen. Organokatalysatoren ha­ben den Vorteil, dass sie ohne teure Metallverbindungen auskommen, die oft gesundheits- und umwelt­schädlich sind.

Die Organokatalyse habe sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit entwickelt. Mithilfe dieser Reaktionen könnten Forscher nun vieles effizienter herstellen, von neuen Arzneimitteln bis hin zu Molekülen, die Licht in Solarzellen einfangen können.

Der Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Gerald Haug, beglückwünschte List zu dieser hohen Auszeichnung: „Mit dem Chemie-Nobelpreis werden in diesem Jahr wegweisende wissenschaftliche Erkenntnisse im Bereich der asymmetrischen Organokatalyse gewürdigt, die zum Bei­spiel in der Herstellung von Medikamenten eine wichtige Rolle spielen. Dass ein Leopoldina-Mitglied für seine Forschungsleistungen ausgezeichnet wird, freut mich umso mehr.“

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) schloss sich den Glückwünschen an List zum Nobelpreis für Chemie 2021 an. DFG-Präsidentin Katja Becker sagte: „Die DFG gratuliert Benjamin List, der ein völlig neues Feld der Katalyse und Katalyseforschung begründet hat. Diese bahnbrechende Leistung konnten wir bereits 2016 mit dem Leibniz-Preis der DFG auszeichnen.“

Die renommierteste Auszeichnung für Chemiker ist in diesem Jahr mit insgesamt zehn Millionen Kronen (rund 980.000 Euro) dotiert. Die feierliche Übergabe der Preise findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel.

Seit 1901 wurde der Chemie-Nobelpreis an 185 verschiedene Forscher vergeben. Einer von ihnen, der Brite Frederick Sanger, erhielt ihn zweimal. Unter den Preisträgern waren bislang sieben Frauen, etwa Marie Curie 1911, die die radioaktiven Elemente Polonium und Radium entdeckte. 2020 ging er an die in Berlin arbeitende Französin Emmanuelle Charpentier und an die US-Forscherin Jennifer A. Doudna für die Entwicklung einer Genschere zur gezielten Erbgut-Veränderung.

Vorgestern war der Nobelpreis für Medizin David Julius (USA) und dem im Libanon geborenen Forscher Ardem Patapoutian für Arbeiten zum Temperatur- und Tastsinn zugesprochen worden.

Gestern war der Physik-Nobelpreis unter anderem dem Hamburger Meteorologen Klaus Hasselmann zuerkannt worden. Er teilt sich die eine Hälfte des Preises mit dem in Japan geborenen US-Amerikaner Syukuro Manabe. Beide haben eine solide physikalische Grundlage für unser Wissen über den Klima­wan­del geschaffen. Die andere Hälfte geht an den Italiener Giorgio Parisi für seine Arbeit zum Verstehen komplexer Systeme.

Morgen und übermorgen folgen die Bekanntgaben der diesjährigen Nobelpreisträger für Literatur und für Frieden. Die Reihe endet am folgenden Montag, 11. Oktober, mit dem von der schwedischen Reichsbank gestifteten sogenannten Wirtschafts-Nobelpreis. © dpa/aerzteblatt.de

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