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Medizin

Medikamentöse antiarrhythmische Therapie nach Katheterablation bewährt sich nicht

Donnerstag, 7. Oktober 2021

/dpa

Bonn/Hamburg – Rezidive von atrialen Tachyarrhythmien nach einer Vorhofflimmerablation reduzieren die Lebensqualität und gehen mit einer erhöhten Hospitalisierungsrate einher. Eine medikamentöse antiarrhythmische Therapie nach Katheterablation könnte die Rezidivrate potenziell senken. Aber die Datenlagen dazu ist dünn.

Eine Arbeitsgruppe um Ruben Schleberger hat jetzt auf den Herztagen der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) Daten des German Ablation Registry dazu untersucht, wie sich eine postinterventionelle antiarrhythmische Therapie auf das Langzeit-Outcome von Patienten nach Vorhofflimmerablation auswirkt. Ihre Ergebnisse sind ernüchternd. Die Autoren stellen sie als Poster 442 in der Fachzeitschrift Clinical Research in Cardiology vor (Clin Res Cardiol 2021; DOI: 10.1007/s00392-021-01933-9).

Das Wissenschaftlerteam hat Daten von 3.275 Patienten analysiert, bei denen aufgrund eines paroxy­smalen oder persistierenden Vorhofflimmerns eine Katheterablation erfolgte. Die Forscher verglichen Patienten, denen bei Entlassung Antiarrhythmika wie Flecainid, Propafenon oder Amiodaron verschrie­ben wurden, mit Patienten ohne spezifische antiarrhythmische Therapie.

Eine Betablockertherapie erfolgte bei der Mehrheit der Patienten in beiden Gruppen. Endpunkte waren die Häufigkeit von Rezidiven atrialer Tachyarrhythmien, Reablationen und kardiovaskulärer Ereignisse. Zudem wurde die Patientenzufriedenheit evaluiert.

Die Rezidivrate unterschied sich bei Patienten mit paroxysmalem Vorhofflimmern (n = 2.138) nicht zwischen denjenigen, welche mit (n = 1.051) beziehungsweise ohne (n = 1.087) antiarrhythmische Medikation entlassen worden waren (OR 1.13, 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,95-1,35).

Hingegen konnten bei Patienten, die mit antiarrhythmischer Medikation entlassen wurden, eine höhere Reablationsrate und eine niedrigere Patientenzufriedenheit festgestellt werden (Reablation: OR 1.30, 95-Prozentkonfidenzintervall 1,05-1,61; reduzierte Patientenzufriedenheit: OR 1.76, 95-Prozentkonfidenz­intervall 1,20-2,58). Bei Patienten mit persistierendem Vorhofflimmern (n = 1.137) war die antiarrhyth­mische Therapie (n = 641) bei Entlassung nicht mit einer veränderten Rate von Rezidiven, Reablationen oder einer unterschiedlichen Patientenzufriedenheit assoziiert.

Bezüglich der Raten kardiovaskulärer Komplikationen während des Follow-Ups zeigten sich keine relevanten Unterschiede zwischen Patienten, welche mit oder ohne antiarrhythmische Therapie entlassen wurden. Der kombinierte Endpunkt MACCE (Major adverse cardiac and cerebrovascular event) bestehend aus kardiovaskulär bedingtem Tod, Herzinfarkt und Schlaganfall trat bei Patienten mit paroxysmalem Vorhofflimmern in beiden Gruppen mit einer Häufigkeit von 0,6 Prozent auf.

„Zusammenfassend kann unsere Untersuchung zeigen, dass die postinterventionelle antiarrhythmische Therapie weder bei Patienten mit paroxysmalem noch mit persistierendem Vorhofflimmern mit einer Reduktion der Rezidiv- und Reablationsraten als auch der Häufigkeit kardiovaskulärer Ereignisse einherging. Im Gegenteil fand sich bei Patienten mit paroxysmalem Vorhofflimmern, welche mit antiarrhythmischer Therapie entlassen wurden, eine erhöhte Reablationsrate und insbesondere eine reduzierte Patientenzufriedenheit“, fasst die Arbeitsgruppe ihre Ergebnisse zusammen. © hil/aerzteblatt.de

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