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Medizin

Herzinsuffizienz­patienten offen für virtuellen Betreuer

Mittwoch, 6. Oktober 2021

/Denys Prykhodov, stock.adobe.com

Bonn/Berlin/Aachen – Bei Herzinsuffizienz ist eine zeitnahe individualisierte Anpassung der Therapie an die Patienten und ihre Bedürfnisse entscheidend, um eine Verschlechterung der Erkrankung zu vermei­den. Digitale Anwendungen können dabei Hilfestellung leisten.

Das berichteten Mitglieder der internationalen Studiengruppe PASSION-HF auf den Herztagen 2021 der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK). Sie stellen ihre Ergebnisse als Poster 97 in der Fachzeitschrift Clinical Research in Cardiology vor (DOI: 10.1007/s00392-021-01933-9).

Das Projekt „PASSION-HF“ hat das Ziel, einen digitalen, interaktiven Therapiebegleiter namens „DoctorME“ zu entwickeln und zu erproben. Dieser virtuelle Helfer soll Herzinsuffizienzpatienten im Alltag begleiten und es ihnen ermöglichen, sich zuhause weitgehend selbstständig zu behandeln.

DoctorME bietet ein Monitoring rund um die Uhr, ein Krankheitscoaching für die Patienten, Sensorik und trifft perspektivisch auch Therapieentscheidungen auf Grundlage aktueller Leitlinien der European Society of Cardiology (ESC), die durch maschinelles Lernen personalisiert werden. Die Integration von Serious Gaming soll Patienten motivieren, DoctorME regelmäßigen zu nutzen und liefert zusätzliche dia­gnostische Informationen. Patienten und Ärzte erhalten über das System zeitnah Informationen über den Gesundheitszustand.

Die Arbeitsgruppe konzipierte eine Studie, um den Bedarf und Erwartungen von Patienten und Angehö­rigen an das System zu erfassen. Dazu wurden Patienten in Deutschland, Irland, den Niederlanden und im Vereinigten Königreich eingeschlossen. Qualitative Leitfadeninterviews ergänzten in der Untersuchung Antworten auf einem standardisierten Fragebogen. Insgesamt haben die Wissenschaftler 49 Patienten und 33 Angehörige befragt.

Die Befragten gaben an, dass DoctorME insbesondere in den Situationen helfen könnte, in denen ein Arzt nicht erreichbar sei oder sie diesen nicht kontaktieren könnten oder wollten. Zudem würden Wartezeiten und lange Wege für Routinebesuche entfallen. Viele Teilnehmende vermuteten darüber hinaus, dass E-Health-Lösungen Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten besser als Behandler erkennen und durch das Monitoring, Patienten vor bevorstehenden Verschlechterungen gewarnt werden könnten. Die Teilnehmenden sahen den Vorteil, dass auf Basis vieler Daten eine personalisierte Medizin möglich wäre.

Allerdings äußerten viele Befragte auch die Meinung, dass ein Arzt individueller auf ihre Bedürfnisse eingehen könnte und zum Beispiel nonverbale Hinweise berücksichtige. Auch waren die Interviewten unsicher, wie sehr sie der Richtigkeit und Genauigkeit der Aussagen einer eHealth-Anwendung vertrauen könnten.

Zusammenfassend bevorzugten die Interviewten laut der Arbeitsgruppe zwar aktuell die persönliche Beziehung mit dem Arzt oder der Ärztin, betonten jedoch, dass die Gewohnheit eine große Rolle spiele und sich diese über die Zeit hinweg aber verändern könne. Sie zeigten sich der neuen Technik gegenüber grundsätzlich offen. © hil/aerzteblatt.de

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