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Politik

Pflegerat für mehr Kooperation im Gesundheitssystem

Donnerstag, 7. Oktober 2021

/Blue Planet Studio, stock.adobe.com

Berlin – Eine neue Aufgabenverteilung der Berufe im deutschen Gesundheitswesen fordert die neue Präsidentin des Deutschen Pflegerates, Christine Vogler. Schon angesichts der alternden Gesellschaft sei eine viel engere Kooperation der Gesundheitsberufe notwendig, sagte Vogler heute der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin.

„Wir müssen weg von der ärztezentrierten Betrach­tung des Gesundheitssystems.“ Die Bundesregierung hatte 2020 eine Arbeitsgruppe zur „Neujustierung der interprofessionellen Zusammenarbeit“ eingesetzt, die sich auch mit der Ausweitung medizinischer Kompetenzen für Pflegefachpersonen befasste.

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Vogler, die seit Juni dem Dachverband der Pflegeberufe vorsteht, räumte im Vorfeld des Deutschen Pfle­getags in der kommenden Woche ein, dass es die Pflege bislang nicht geschafft habe, sich stärker zu organisieren und ihre Interessen gegenüber Politik und Gesundheitswesen stärker durchzusetzen. Das liege an der Geschichte der Pflegeberufe, aber auch am Widerstand etwa von Arbeitgebern und Ge­werkschaften gegen die Gründung von Pflegekammern.

„Wir brauchen auf jeden Fall viel mehr Selbstverwaltung und eine stärkere Stimme in den entscheiden­den Gremien des Gesundheitswesens, vor allem im Gemeinsamen Bundesausschuss von Ärzten und Krankenkassen“, sagte die Leiterin des Bildungscampus für Gesundheitsberufe (BBG) Berlin.

Aber auch der Staat müsse Interesse an einer besseren Selbstorganisation der Pflege haben und bei­spiels­weise Pflegekammern finanzieren. Allein die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) verfüge als Interessenverband in Berlin über 100 Mitarbeiter; der Deutsche Pflegerat als Dachorganisation der Pfle­geverbände habe dagegen nur eine Handvoll Mitarbeiter und einen kleinen Büroraum. „Da zeigt sich, wie die Macht im Gesundheitswesen verteilt ist.“

Mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen sagte die Pflegerats-Präsidentin, das zentrale Ziel der neuen Bundesregierung müsse es sein, mehr Menschen in den Pflegeberuf zu bekommen. „Alle Reformen nüt­zen nichts, wenn es niemanden gibt, der die Pflege übernimmt.“

Daraus ergäben sich dann die Forderungen des Pflegerates wie eine bessere Bezahlung, die Einführung von Instrumenten zur Perso­nal­bemessung, eine bessere Ausbildung und stärkere Akademisierung des Pflegeberufs sowie mehr Autonomie und Kompetenzen für Pflegende. © kna/aerzteblatt.de

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