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Corona: Zehntausende Kinder in USA verlieren Elternteil oder Betreuer

Donnerstag, 7. Oktober 2021

/Song_about_summer, stock.adobe.com

New York – Mehr als 140.000 Kinder in den USA haben einer Analyse zufolge im Zuge der Coronapande­mie mindestens ein Elternteil oder eine für sie sorgende Betreuungsperson verloren. Diese Hochrech­nung gelte allein für den Zeitraum April 2020 bis Juni 2021, berichten Forscher um Susan Hillis von der US-Gesundheitsbehörde CDC im Fachjournal Pediatrics. Etwa jedes 500. Kind in den USA sei betroffen (DOI: 10.1542/peds.2021-053760 (2021)).

Auf etwa vier Menschen, die in den USA nach einer Coronainfektion starben, komme jeweils ein Kind jünger als 18 Jahre, das dadurch ein Elternteil, ein es aufziehendes Großelternteil oder eine andere für es sorgende Betreuungsperson verloren habe, schreiben die Wissenschaftler. Das sei eine „versteckte und anhaltende, von der Coronapandemie ausgelöste sekundäre Tragödie“, um die man sich dringend ver­stärkt kümmern müsse.

Für die Studie arbeiteten Wissenschaftler des CDC gemeinsam mit Kollegen vom Imperial College in London, den Universitäten Harvard und Oxford sowie der University of Cape Town in Südafrika. Sie nutz­ten unter anderem Zensusdaten der US-Bundesstaaten. In den USA sind seit Beginn der Pandemie nach Daten der Universität Johns Hopkins mehr als 700.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Corona­virus gestorben.

Vor einigen Wochen war eine Studie im Fachjournal The Lancet veröffentlicht worden, der zufolge welt­weit rund 1,1 Millionen Kinder in Folge der Coronapandemie mindestens ein Elternteil oder ein für sie sorgendes Großelternteil verloren haben.

Die Zahl der durch die Pandemie zu Halbwaisen und Waisen gewordenen Kinder sei bezogen auf die Bevölkerungszahl unter anderem in Südafrika, Mexiko, Brasilien und Kolumbien besonders hoch.

In vielen Ländern sank einer kürzlich im International Journal of Epidemiology veröffentlichten Studie zufolge im Zuge der Coronapandemie die Lebenserwartung so stark wie seit dem Zweiten Weltkrieg in Westeuropa nicht mehr. Laut dieser Analyse starben in den USA vergleichsweise viele jüngere Menschen. © dpa/aerzteblatt.de

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