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Forscher entdecken erstes mögliches Gegenmittel gegen Denguefieber

Donnerstag, 7. Oktober 2021

/picture alliance, A. Krüger

Tokio – Forscher haben erstmals ein mögliches Gegenmittel gegen das Denguefieber entdeckt. Tests in Zellkulturen und Mäusen ergaben, dass ein neu identifizierter Wirkstoff das Virus effektiv bekämpfen und Erkrankungen vorbeugen kann, wie aus der gestern in der US-Fachzeitschrift Nature veröffent­­­lichten Studie hervorgeht (Nature 2021, DOI: 10.1038/s41586-021-03990-6).

Der Wirkstoff kann demnach sowohl vorbeugend als auch zur Behandlung nach einer Ansteckung ein­genommen werden. Die Forscher Scott Biering und Eva Harris von der Universität Berkeley im US-Bun­des­staat Kalifornien sprachen von einer „spannenden“ Entwicklung im Kampf gegen Dengue und von einem „großen Fort­schritt“ bei der Suche nach einem Medikament.

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Bei der Überprüfung tausender Wirkstoffkandidaten sei wie bei „der Suche nach einer Nadel im Heu­hau­fen“ der Wirkstoff JNJ-A07 identifiziert worden, sagte der an den Untersuchungen beteiligte belgische Virologe Johan Neyts. Noch nie habe ein Wirkstoff bei infizierten Tiere so gute Ergebnisse gebracht.

JNJ-A07 zielt den Angaben zufolge auf die Interaktion zwischen zwei Proteinen im Denguevirus ab, die für seine Replikation entscheidend sind, und wirkt gegen alle vier Virustypen. Der Wirkstoff wurde nach Angaben von Neyts inzwischen noch „leicht optimiert“, die klinische Entwicklung hat der Pharmakonzern Johnson & Johnson übernommen.

Das Denguevirus wird von Stechmücken vor allem in den Tropen und Subtropen übertragen. Jedes Jahr infizieren sich weltweit mindestens 98 Millionen Menschen. Bislang gibt es keine Medikamente gegen das Virus, behandelt werden nur die Beschwerden. Ein Impfstoff wird nur in einigen Ländern genutzt, er wirkt zudem nur gegen einen Virustyp.

Denguefieber kommt vor allem in Mittel- und Südamerika, in Süd- und Südostasien sowie in Afrika vor. Durch Globalisierung und Klimawandel ist das Denguefieber aber weltweit auf dem Vormarsch. Mittler­weile sind 128 Länder betroffen.

Die Symptome der Krankheit ähneln denen einer schweren Grippe. In schweren Fällen kann es auch zu inneren Blutungen und einem tödlichen Verlauf kommen. Kinder sind besonders gefährdet. © afp/aerzteblatt.de

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