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Medizin

Der Einfluss des Mikrobioms auf neue CAR-T-Therapien

Donnerstag, 7. Oktober 2021

/skd.stock.adobe.com

Berlin – Ein intaktes intestinales Mikrobiom beeinflusst den Erfolg einer Behandlung mit chimären Antigenrezeptor-T-Zellen (CARTs). Das berichtete ein Wissenschaftlerteam aus Heidelberg, München und Regensburg auf der Jahrestagung 2021 der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO). Ihre Studie ist in der Kongressausgabe der Zeitschrift Oncology Research and Treatment erschienen (Oncol Res Treat 2021;44(suppl 4): 43).

„Obwohl eine Rolle des intestinalen Mikrobioms für die Wirksamkeit von T-Zell-vermittelten Immun­therapien nachgewiesen wurde, fehlen Daten über seine Auswirkungen im Zusammenhang mit CARTs“, schreiben die Forscher.

Sie untersuchten daher den Einfluss des Mikrobioms bei 53 Patienten, die mit CARTs an 3 deutschen akademischen Einrichtungen behandelt wurden. Dazu analysierten sie fäkale Bioproben 7 Tage vor der Therapie, an Tag 0 und wöchentlich bis zu 4 Wochen nach der Therapie. Sie erstellten patientenspezi­fische Mikrobiomsignaturen im Zusammenhang mit einer Breitspektrum-Antibiotikabehandlung vor als auch während der CART-Behandlung und korrelierten sie mit klinischen Daten zu Ergebnis und Toxizität der Therapie.

Mithilfe der sogenannten 16S rRNA-Sequenzierung konnten die Arbeitsgruppe zeigen, dass die Antibiotikabehandlung vor oder nach CARTs zu einem signifikanten Verlust der mikrobiellen Vielfalt führte (p< 0,01).

Es zeigte sich zudem: Patienten, die bis zu 2 Wochen vor der CART-Behandlung eine Breitspektrum-Antibiotikabehandlung erhielten (n=20), hatten ein signifikant niedrigeres progressionsfreies Überleben als Patienten, welche die Antibiotikabehandlung nach Tag 0 erhielten (n=44; p=0,019).

Die Mikrobiom-Diversität zu Beginn der Studie war bei Patienten, die nicht auf die Behandlung ansprachen – bewertet am Tag 90 – geringer als bei Patienten, die auf die Behandlung ansprachen (p=0,016). Eine geringere Diversität zu Beginn der Studie korrelierte mit einem geringeren Gesamtüber­leben (p=0,004) und einem geringeren progressionsfreien Überleben (p=0,01).

„Mikrobiomveränderungen, das heißt ein Verlust an Diversität und Veränderungen in der Zusammensetz­ung, wurden durch eine Breitspektrum-Antibiotikabehandlung begünstigt und können sich auf das Antitumorergebnis und die Entwicklung eines ‚Cytokine Release Syndrome‘ bei CART-Patienten auswir­ken. Daher könnte die Mikrobiomanalyse ein neues Instrument zur Vorhersage des Ansprechens auf die Behandlung oder des Auftretens von Toxizität darstellen“, lautet das Fazit der Arbeitsgruppe. © hil/aerzteblatt.de

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