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Medizin

Biomarker für das Infektrisiko bei Multiplem Myelom

Donnerstag, 7. Oktober 2021

Multiples Myelom/LASZLO, stock.adobe.com

Berlin – Infektionen sind eine der Hauptursachen für frühe Todesfälle bei Patienten mit Multiplem Myelom. Derzeit gibt es laut einem Berliner Wissenschaflterteam jedoch keine Strategien zur Strati­fizierung des individuellen Infektionsrisikos von Patienten zum Zeitpunkt der Erstdiagnose. Die Arbeitsgruppe um Eva Käbisch von der Charité - Universitätsmedizin Berlin und dem Berlin Institute of Health hat daher nach Biomarkern gesucht, die das individuelle Infektionsrisiko vor Beginn der Therapie anzeigen können.

Vorläufige Ergebnisse der laufenden Beobachtungskohortenstudie haben sie auf der der Jahrestagung 2021 der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) vorgestellt. Ihre Studie ist in der Kongressausgabe der Zeitschrift Oncology Research and Treatment erschienen (Oncol Res Treat 2021;44(suppl 4): 48).

Die Arbeitsgruppe erfasst klinische Merkmale und analysiert das periphere Blut von neu diagnostizierten Patienten mit Multiplem Myelom vor Beginn der Therapie (bislang n=26). Neben routinemäßigen Laboruntersuchungen erfolgt ein umfassender Immunstatus und Stimulationstests mittels durchfluss­zytometrischer Analysen. Die Patienten wurden bislang anschließend mindestens 6 Monate lang nachbeobachtet.

Vorläufige Ergebnisse zeigen einen Zusammenhang zwischen Markern einer fortgeschrittenen Erkran­kung, Niereninsuffizienz und dem Auftreten infektiöser Komplikationen. Darüber hinaus sind erhöhte Parameter, die mit einer aggressiven Erkrankung (LDH, Phosphat) und Entzündungen (Alpha1- und 2-Fraktionen, sIL2-R) einhergehen, mit einer Anfälligkeit für Infektionen verbunden. Bislang erreichten Harnstoff (p = 0,01) und Phosphat (p = 0,03) eine statistische Signifikanz. Hypogamma-Globulinämie und niedrige Impftiter traten bei Patienten mit Infektionen häufiger auf.

Außerdem beobachteten die Wissenschaftler Unterschiede in den T-Zell-Subpopulationen, was nach ihrer Interpretation auf eine bereits bestehende T-Zell-Erschöpfung hinweist, die zu einer verschobenen, weniger vielfältigen und folglich reduzierten Abwehr von Infektionen führt.

„Unsere Studie zeigt, dass eine Kombination aus allgemein zugänglichen Markern sowie Veränderungen in T-Zell-Subpopulationen als Biomarker verwendet werden können, um Multiple-Myelom-Patienten mit hohem Infektionsrisiko zu identifizieren, so dass Ärzte diese gefährdeten Patienten frühzeitig erkennen können“, berichteten die Forscher auf dem Kongress. Zur Validierung der Ergebnisse würden derzeit weitere Patienten rekrutiert. © hil/aerzteblatt.de

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