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Medizin

Melanom: Präoperative Injektion von onkolytischen Viren verlängert Überlebenszeit

Donnerstag, 7. Oktober 2021

/hkama, stock.adobe.com

Zürich – Die intraläsionale Injektion von Talimogen laherparepvec, die bisher nur zur Behandlung eines nicht resezierbarem Melanoms zugelassen ist, hat in einer Phase-2-Studie die Überlebenszeiten von Patienten verlängert, deren Tumor noch entfernt werden konnte. Zwischenergebnisse wurden jetzt in Nature Medicine (2021; DOI: 10.1038/s41591-021-01510-7) veröffentlicht.

Talimogen laherparepvec war 2016 das 1. in Deutschland zugelassene Medikament zur Virotherapie. Das Präparat enthält ein genmodifiziertes Herpes-simplex-Virus vom Typ I, das nach der Injektion in den Tumor die Krebszellen infiziert und zerstört. Die dadurch bedingte Freisetzung von Tumorantigenen soll die Aufmerksamkeit der Immunabwehr auf die restlichen Krebszellen lenken.

Die Behandlung kann im fortgeschrittenem Stadium das Leben der Patienten nicht retten, sie senkt aber die Tumorlast. In der Zulassungsstudie OPTiM wurde das mediane Gesamtüberleben von 18,9 auf 23,3 Monate verlängert.

An der OPTiM-Studie hatten nur Patienten teilgenommen, deren Melanom sich in einem fortgeschrit­tenem inoperablem Stadium befand. An der aktuellen Studie nahmen 150 Patienten mit resektablem Melanom im Stadium IIIB–IVM1a teil. Bei der Hälfte der Patienten erfolgte vor der Operation, also neoadjuvant eine Injektion von Talimogen laherparepvec in den Tumor. Der primäre Endpunkt war das rezidivfreie Überleben.

Wie Reinhard Dummer von der Dermatologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich und Mitar­beiter berichten, waren nach 2 Jahren in der Virotherapiegruppe noch 29,5 % der Patienten ohne erneute Tumorausbreitung gegenüber 16,5 % in der Kontrollgruppe. Die Hazard Ratio (HR) von 0,75, war mit einem 80-%-Konfidenzintervall von 0,58 bis 0,96 signifikant. Die Gesamtüberlebensrate betrug nach 2 Jahren in der Virotherapiegruppe 88,9 % gegenüber 77,4 % in der Vergleichsgruppe mit alleiniger Entfernung des Tumors (HR = 0,49; 0,30 bis 0,79).

Wie Dummer in der Pressemitteilung hinzufügt, waren die Vorteile auch nach 3 Jahren nachweisbar. In der Virotherapie-Gruppe sind noch 83,2 % am Leben und 46,5 % ohne Rezidiv. In der Vergleichsgrup­pe waren es nur 71,6 % und 31 %.

Die Ergebnisse zeigen laut Prof. Dummer das Potenzial der präoperativen Immuntherapie bei Melan­omen. Die Studie werde das therapeutische Vorgehen beim Melanom der Haut nachhaltig beeinflussen, ist der Experte überzeugt. Für die Patienten bedeuteten sie die berechtigte Hoffnung auf einen besseren Therapieerfolg und Krankheitsverlauf. Die Studie ist mit der 3 Jahre dauernden Beobachtung jedoch noch nicht abgeschlossen; eine weitere Auswertung soll nach 5 Jahren folgen. © rme/aerzteblatt.de

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