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Medizin

Studie: Statine fördern Fortschreiten eines Typ-2-Diabetes

Freitag, 8. Oktober 2021

/roger ashford, stock.adobe.com

Dallas/Texas – Der Beginn einer Statintherapie kann die Blutzuckerkontrolle beim Typ-2-Diabetes erschweren. Die Folge kann eine Zunahme der verordneten Antidiabetika oder sogar die Notwendigkeit einer Insulintherapie sein, wie eine Studie in JAMA Internal Medicine (2021; DOI: 10.1001/jamainternmed.2021.5714) zeigt.

Es ist bekannt, dass Statine die Wirksamkeit des körpereigenen Insulins herabsetzen und den Blutzucker ansteigen lassen. In den Zulassungsstudien der einzelnen Statine wurde eine Zunahme der Neuerkran­kungen beobachtet, weshalb in den Fachinformationen auf das Risiko hingewiesen wird.

Unklar war, wie sich die Behandlung auf Patienten auswirkt, die bereits an einem Typ-2-Diabetes erkrankt sind. Da diese Personen in der Regel von der Teilnahme an den Zulassungsstudien ausge­schlossen werden, lässt sich die Frage nur durch epidemiologische Studien klären. Eine häufig genutzte Quelle sind die Daten der US-Veteranenbehörde (VA).

Ishak Mansi vom „VA North Texas Health System“ hat 83.022 Paare von Typ-2-Diabetikern gegenüber­gestellt, die in allen Eigenschaften weitgehend identisch waren, außer in der Neuverordnung eines Statins, die infolge eines erhöhten Cholesterinspiegels erfolgte. Solche „Propensity Score“-Analysen sollen die Bedingungen einer randomisierten Studie simulieren, in der die Gleichheit der Teilnehmer durch die Zufallsverteilung sichergestellt wird.

Die Qualität einer „Propensity Score“-Analyse hängt von der Zahl der bekannten Patienteneigenschaften ab. Da die US-Veteranen eine medizinisch hochwertige Behandlung erhalten, sind die Angaben in den Krankenakten ausführlich und in der Regel auch zuverlässig.

Mansi fand heraus, dass es in den ersten 5,3 Jahren der Statinanwendung zu einer Verschlechterung der Blutzuckereinstellung kam. Diese äußerte sich in einem Anstieg um 16 % in der Zahl der Patienten, die eine Insulinbehandlung beginnen mussten (Odds Ratio OR 1,16; 95-%-Konfidenzintervall 1,12 bis 1,19).

Die Zahl der Patienten, die die Anzahl ihrer (anderen) Antidiabetika erhöhen mussten, stieg um 41 % an (OR 1,41; 1,38 bis 1,43). Es kam zu 13 % häufiger zu Blutzuckerwerten von 200 mg/dl oder höher (OR 1,13; 1,10 bis 1,16) und schwere Entgleisungen mit Ketoazidose traten zu 24 % häufiger auf (OR 1,24; 1,19 bis 1,30).

Diese Risiken müssen natürlich mit den Vorteilen besserer Cholesterinwerte abgewogen werden, die die Studie ebenfalls dokumentiert. Die Statinanwender senkten ihr mittleres LDL-Cholesterin um 25 mg/dl, was langfristig das bei Diabetikern immer erhöhte Herz-Kreislauf-Risiko senken kann.

Die Nutzen-Risiko-Bilanz für den Statineinsatz dürfte deshalb in der Regel positiv ausfallen. Die Ärzte sollten allerdings nach der Verordnung den Blutzucker ihrer Patienten regelmäßig kontrollieren, um die Dosis der Medikamente rechtzeitig anpassen zu können. © rme/aerzteblatt.de

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