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Medizin

Studie: Feinstaub und Verkehrslärm schaden langfristig dem Herzen

Freitag, 8. Oktober 2021

/microscience, stock.adobe.com

Kopenhagen – Dänische Krankenschwestern, die an ihrem Wohnort über viele Jahre einer erhöhten Feinstaubkonzentration oder einem vermehrten Verkehrslärm ausgesetzt waren, erkrankten im Alter häufiger an einer chronischen Herzinsuffizienz. Dies kam in einer Studie im Journal of the American Heart Association (2021; DOI: 10.1161/JAHA.121.021436) heraus.

Luftschadstoffe sind ein gut dokumentierter Risikofaktor für die Koronare Herzkrankheit. Als Patho­mecha­nismus kommen ein vermehrter oxidativer Stress, Entzündungsreaktionen, Störungen des auto­nomen Nervensystems und eine endotheliale Dysfunktion infrage. Verkehrslärm wird ebenfalls zuneh­mend als Stressfaktor angesehen, der Entzündungsreaktionen und oxidativen Stress fördert und auch über Schlafstörungen das Herz-Kreislauf-Risiko erhöhen könnte.

Eine chronische Herzinsuffizienz ist häufig das Endstadium von ischämischen Herzerkrankungen. Youn-Hee Lim von der Universität Kopenhagen und Mitarbeiter haben den möglichen Zusammenhang an den Daten der „Danish Nurse Cohort“ untersucht, die 1993 begonnen wurde, um die Auswirkungen der Hor­mon­ersatztherapie zu untersuchen.

Die Teilnehmerinnen waren zu Beginn der Studie im Durchschnitt 52,6 Jahre. Sie haben inzwischen ein Alter erreicht, in dem Menschen an einer chronischen Herzinsuffizienz erkranken können. Da die Teilneh­merinnen der Studie ihre Wohnadresse angegeben hatten, konnten die Public Health-Forscher die Schad­stoffbelastung in der nächsten Messstelle recherchieren. Den Verkehrslärm ermittelten sie mit der Soft­ware „Nord2000“, die die Dichte des Verkehrsnetzes im Umkreis von 3 km um die Wohnung berücksich­tigt.

Die Analyse ergab, dass jeder Anstieg der Feinstaubkonzentration PM2,5 um 5,1 µg/m3 mit einem An­stieg der Erkrankungen an einer chronischen Herzinsuffizienz um 17 % assoziiert war (Hazard Ratio HR 1,17; 95-%-Konfidenzintervall 1,01 bis 1,36). Für die Stickstoffdioxidexposition wurde ein Anstieg der Erkrankungen um 10 % (HR 1,10; 0,99 bis 1,22) pro 8,6 µg/m3 ermittelt. Der Verkehrslärm erhöhte das Risiko pro 9,3 Dezibel um 12 % (HR 1,12; 0,99 bis 1,26).

Am meisten gefährdet waren ehemalige Raucherinnen. Bei ihnen erhöhte jeder PM2,5-Anstieg um 5,1 µg/m3 das Risiko auf eine Herzinsuffizienz um 72 % (HR 1,72; 1,25 bis 2,36). Frauen mit einer arteriellen Hypertonie waren ebenfalls anfälliger für die Auswirkungen des Feinstaubs (HR 1,41; 1,02 bis 1,93). © rme/aerzteblatt.de

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