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Ärztekammerchef sieht bei Coronaimpfung „gesellschaftliche Verpflichtung“

Freitag, 8. Oktober 2021

/picture alliance, empics, Jane Barlow

Dresden – Die Entscheidung, sich nicht gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 impfen zu lassen, geht gleich in mehreren Punkten zulasten der gesamten Gesellschaft. Das hat heute der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer (SLÄK), Erik Bodendieck, betont.

„Die geimpfte Bevölkerung trägt die Last der Ein­schränkungen mit“, sagte er. Neben der weiteren immen­sen finanziellen Belastung des Solidarsystems sei zudem das medizinische Personal in besonderer Weise nicht nur körperlich, sondern auch in erheblichem Maße psychisch belastet.

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„Deutschlandweit sehen wir auf Grund dieser erheblichen Belastung bereits eine Flucht aus dem Beruf, besonders in Bereichen der Intensivpflege und auch in der ambulanten Versorgung“, so Bodendieck. Hinzu komme das zunehmend aggressive, fordernde und nicht mehr zu tolerierende Auftreten größerer Patientengruppen.

Der SLÄK-Präsident stellt erneut die Frage des Umgangs mit ungeimpften COVID-19 Erkrankten. „Heute, wo nun effektive Schutzmaßnahmen jedem erwachsenen Menschen kostenlos zur Verfügung stehen, muss die Frage erneut gestellt werden, ob die Behandlung anderer Erkrankungen der Behandlung von an COVID-19 erkrankten Menschen weiter untergeordnet werden sollte.“

Bodendieck betonte, dass eine schnelle Rückkehr zur Normalität wünschenswert ist. Dazu gehöre aber auch, dass sich jeder Mensch seiner persönlichen Verantwortung und der Folgen für sich und die Gesellschaft bewusst sei.

Klar müsse auch sein, dass die Last der individuellen Entscheidung nicht weiter zulasten der Beschäftig­ten im Gesundheitswesen gehen könne. „Es ist mehr erforderlich als Klatschen oder die Forderung nach höherer Vergütung. Es bedarf zusätzlich Hochachtung und Respekt vor und für die Tätigkeit der Beschäf­tigten im Gesundheitswesen. „Leider sehe ich dies im Moment nicht.“, so Bodendieck. © may/EB/aerzteblatt.de

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