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Medizin

Männer sterben nach Adipositas-Operation häufiger als Frauen

Samstag, 9. Oktober 2021

/dpa

Wien – Männer, die sich in Österreich einer bariatrischen Operation unterzogen, starben fünfmal häufiger innerhalb von 30 Tagen nach dem Eingriff als Frauen, und ihre Langzeitsterblichkeit war fast dreimal höher. Dies ergab eine Analyse von Versichertendaten, die auf der Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD) vorgestellt wurden.

Bariatrische Operationen gelten im Allgemeinen als sicher. Todesfälle sind selten und in der Regel auf die Komorbidität der Patienten zurückzuführen, die neben der Adipositas meist noch andere Gesundheitsprobleme aufweisen. In Österreich werden die Operationen (noch) selten durchgeführt. Hannes Beiglböck von der Medizinischen Universität Wien konnte in den Abrechnungsdaten der Österreichischen Gesundheitskasse, die rund 98 % der Bevölkerung (rund 9 Millionen Österreicher im Jahr 2018) abdeckt, für die Jahre 2010 bis 2018 insgesamt 19.901 Patienten ermitteln, die sich einer Adipositas-Operation unterzogen hatten. Darunter waren 14.681 Frauen und 5.220 Männer. Bis zum April 2020 sind 367 (1,8 %) Patienten gestorben. Die jährliche Sterberate betrug 0,34 % – und sie war mit 0,64 % bei den Männern 2,7-fach höher als bei den Frauen, wo sie 0,24 % betrug.

Auch die 30-Tage-Mortalität war mit 0,5 % versus 0,1 % bei den Männern deutlich höher. Die Gründe vermutet Beiglböck in den höheren Ausgangsrisiken der Männer. Diese würden sich erst zu einem späteren Zeitpunkt zu einer Operation entscheiden als Frauen. Die Daten stützen diese Interpretation nur bedingt. Das Durchschnittsalter war mit 41,8 Jahren bei den Männern gegenüber 40,1 Jahren bei den Frauen nur leicht höher. Kardiovaskuläre Vorerkrankungen waren bei Männern (48 % versus 53 %) tendenziell seltener. Ein Diabetes war mit 41 % versus 32 % deutlich häufiger, Krebserkrankungen mit 29 % versus 36 % seltener.

Die Todesfälle traten vor allem bei Patienten mit Vorerkrankungen auf. Unter den Verstorbenen hatten 84 % der Männer und 80 % der Frauen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ein Typ-2-Diabetes lag bei 43 % der Männer und 33 % der Frauen vor. Krebserkrankungen waren bei Frauen häufiger als bei Männern (41 % versus 30 %).

Zu den Einschränkungen der Studie gehört, dass Beiglböck keine Daten zum Body-Mass-Index und dem Gewichtsverlust durch die Operation zur Verfügung standen. Beides könnte sich auf das Sterberisiko ausgewirkt haben. Das gleiche gilt auch für den sozioökonomischen Status, ethnische Herkunft und Rauchen oder Ernährungsgewohnheiten und Bewegungsverhalten, die in den Abrechnungsdaten der Krankenhäuser nicht verzeichnet werden. © rme/aerzteblatt.de

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