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Medizin

SARS-CoV-2: Weltweite Zunahme von Depressionen und Angsterkrankungen

Montag, 11. Oktober 2021

/Black Brush, stock.adobe.com

Brisbane/Australien – Die Häufigkeit von schweren Depressionen und Angststörungen hat im Verlauf der Coronapandemie um mehr als 25 % zugenommen, wobei vor allem jüngere Menschen und Frauen vermehrt unter den Einschränkungen des öffentlichen Lebens leiden. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forscherteam im Lancet (2021; DOI: 10.1016/ S0140-6736(21)02143-7).

Die sozialen Beschränkungen, der allgemeine Lockdown mit Schul- und Geschäftsschließungen, der Verlust der Lebensgrundlage bei vielen Berufstätigen und der Rückgang der Wirtschaftstätigkeit haben der psychischen Gesundheit vieler Menschen geschadet. Zu den Folgen gehört eine Zunahme von Depressionen und Angststörungen, deren globales Ausmaß die „COVID-19 Mental Disorders Collaborators“ in einer Metaanalyse abgeschätzt haben.

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Das Team um Damian Santomauro vom Queensland Centre for Mental Health Research in Brisbane hat die Daten aus 48 Studien ausgewertet. Da die Studien vor allem in einkommensstarken Ländern Westeuropas, Nordamerikas, Australiens und Asiens durchgeführt wurden, mag der globale Anspruch zu hoch gegriffen sein, zumal aus Südamerika und Afrika keine Daten vorlagen. Die Studie versucht jedoch, diese Lücken mit mathematischen Mitteln zu füllen, die sich bereits bei der GBD-Studie („Global Burden of Diseases“) bewährt haben.

Nach der GBD-Studie gehörten Depressionen und Ängste bereits vor der Pandemie zu den 25 Erkrankun­gen mit der größten Krankheitslast. Nach den Modellschätzungen von Santomauro hätten ohne die Pandemie weltweit 193 Millionen Menschen unter schweren depressiven Störungen gelitten. Durch die Pandemie ist die Zahl um 53 Millionen oder 28 % auf 246 Millionen Fälle gestiegen. Von den zusätz­lichen Erkrankungen entfielen 35 Millionen auf Frauen gegenüber 18 Millionen bei Männern.

Ähnliche Zahlen ermitteln die Forscher für Angststörungen. Ohne Pandemie hätte es im Jahr 2020 weltweit 298 Millionen Erkrankte gegeben. Durch die Pandemie kam es zu 76 Millionen zusätzlichen Erkrankungen, was einem Anstieg um 26 % entspricht. Im Jahr 2020 hat es demnach 374 Millionen Fälle gegeben. Von den zusätzlichen Erkrankungen entfielen 52 Millionen auf Frauen und 24 Millionen auf Männer.

Jüngere Menschen waren im Jahr 2020 stärker von schweren depressiven Störungen und Angststörungen betroffen als ältere. Am stärksten stieg die Prävalenz in der Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen. © rme/aerzteblatt.de

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