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DKV-Report: Deutsche so bewegungsfaul wie nie zuvor

Montag, 11. Oktober 2021

/creativefamily, stock.adobe.com

Berlin – Die Bundesbürgerbürger sitzen immer mehr und können weniger mit Stress umgehen. Dies geht aus dem heute veröffentlichten Report der Deutschen Krankenversicherung (DKV) und der Sporthoch­schule Köln hervor.

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Nur elf Prozent der Befragten erreichen das empfohlene Mindestmaß für ein gesundes Leben, das nach Ernährung, Aktivität, Stressempfinden sowie Rauchen und Alkohol bemessen wird. Der Wert sei da­mit seit Beginn der Befragungsreihe im Jahr 2010 mit 18 Prozent deutlich gesunken. 2016 lag der Wert noch bei 16 Prozent.

„Deutschland ist in den letzten zehn Jahren zunehmend träge geworden“, sagte Clemens Muth, Vor­stands­vorsitzender der DKV. Für den Report wurden 2.800 Personen von der Hochschule im Auftrag des Versicherers interviewt.

Zum sechsten Mal wurde die Befragung erhoben. Wie die vergangenen Jahre zeigt sich ein Missver­hältnis zwischen Selbstscheinschätzung und Realität: Denn die Deutschen halten sich zwar für gesund und fit, aber sind so bewegungsfaul wie nie seit der ersten Erhebung.

Einen neuen Rekord erreichten die Bundesbürgerinnen und -bürger beim Thema Sitzen. Noch nie wurde so viel gesessen wie in diesem Jahr – mit durchschnittlich 8,5 Stunden pro Tag eine Stunde länger als noch im Jahr 2018. Junge Erwachsenen toppen diesen Wert noch mit mittlerweile 10,5 Stunden pro Werktag, zumeist während der Arbeit oder am Computer.

Beigetragen habe dazu die pandemiebedingte Situation des „Dauer-Homeoffices“. Dies sei ein neuer Tief­punkt. Im Vergleich: 2018 waren es noch 8 Stunden und 41 Minuten. „Eine Entwicklung, die wir gerade als Krankenversicherer mit Sorge betrachten, so ist ausreichend Bewegung doch der Schlüssel für eine gute Gesundheit. Weniger Sitzen, ob in der Arbeit, in der Freizeit oder beim Autofahren, mehr Gehen und Laufen. Regelmäßiges Aufstehen und Bewegen macht den Unterschied,“ so Muth.

Pandemie fördert Stresslast

Neben dem zunehmenden Sitzfleisch hat auch der Umgang mit Stress gelitten. Nur noch 40 Prozent der Teilnehmenden gaben eine niedrig wahrgenommene Stressbelastung an beziehungsweise nutzen wirk­same Strategien, um ihren Alltagsstress zu bewältigen. 2018 waren es noch 57 Prozent.

„Neben der neuen Situation des Dauer-Homeoffices brachte auch für viele Berufstätige und Familien das Homeschooling eine große Umstellung im Alltag mit sich, die an den Kräften vieler Menschen gezehrt hat“, berichtet Ingo Froböse, Professor an der Deutschen Sporthochschule in Köln und wissenschaftlicher Leiter der Studienreihe.

Sachsen ist Spitzenreiter beim Vergleich der Bundesländer was einen gesunden Lebensstil betrifft. 18 Prozent der Interviewten und damit fast jede Fünfte Person erreichen alle Normen. Am schlechtesten schneidet Nordrhein-Westfalen mit sieben Prozent ab, vier Prozent weniger als der Bundesdurchschnitt.

Die Menschen in Berlin und Brandenburg bewegen sich nach ihrer eigenen Aussage am meisten. 76 Prozent der Berlinerinnen und Berliner sowie 74 Prozent der Brandenburgerinnen und Brandenburger erreichen den Aktivitätsbenchmark zur ausdauerorientierten Bewegung.

Zugleich haben die Brandenburger auch das meiste Sitzfleisch. Sie kommen an einem Werktag auf neun Stunden und neun Minuten. Hessen kommt auf einen ähnlichen Wert mit neun Stunden und drei Minu­ten.

Beim Essverhalten zeigt sich eine deutliche Lücke zwischen Süddeutschland und dem Rest des Landes. So achten in Baden-Württemberg gerade mal 40 Prozent und in Bayern 42 Prozent der Befragten auf eine gesunde Ernährung. Im Vergleich kommen laut Aussage der Befragten aus Sachsen-Anhalt bei 57 Prozent nur gesunde Lebensmittel auf den Tisch. © lea/aerzteblatt.de

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