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Weniger Forschungsprojekte mit menschlichen Stammzellen

Montag, 11. Oktober 2021

dpa

Berlin – Die Zahl genehmigter Forschungsvorhaben, bei denen humane embryonale Stammzellen (hES-Zellen) nach Deutschland importiert wurden, ist in den Jahren 2018 und 2019 auf 21 zurückgegangen. Im Zeitraum 2016/2017 waren es noch 27 gewesen. Das geht aus dem 9. Erfahrungsbericht der Bundesre­gie­rung zum Stammzellgesetz hervor.

Für Forscher in Deutschland ist die Verwendung von menschlichen embryonalen Stammzellen nach dem Embryonenschutzgesetz im Prinzip verboten. Das hatte zu Beginn des Jahrtausends zu erheblichen Pro­testen der Deutschen Forschungsgemeinschaft und von Wissenschaftlern geführt.

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2002 erlaubte der Bundestag daher einen begrenzten Import menschlicher embryonaler Stammzellen. Eine „Stichtagsregelung“ ermöglicht seitdem die Einfuhr von Stammzelllinien, die – nach einer Gesetzes­reform – vor dem 1. Januar 2007 hergestellt wurden, wenn hochrangige Forschungsziele erreicht werden sollen. Ausnahmegenehmigungen kann die Zentrale Ethik-Kommission für Stammzellenforschung beim Robert-Koch-Institut erteilen.

Im Bericht heißt es, die Forschungsarbeiten zielten „mehrheitlich weiterhin auf einen hochrangigen Er­kenntnisgewinn zu verschiedenen Fragestellungen der Grundlagenforschung“. Seit 2002 wurden dem­nach 153 Genehmigungen für Einfuhr und Verwendung von hES-Zellen erteilt. Aktuell verfügen 86 Ar­beitsgruppen in Deutschland, die an 53 Universitäten, Forschungsinstituten oder in Unternehmen tätig sind, über mindestens eine Genehmigung für den hES-Import.

Die vom Bundestag beschlossene Stichtagsregel stellt nach Ansicht der Bundesregierung „zwar kein grundsätzliches Forschungshemmnis“ dar; sie „verzögert und erschwert“ jedoch die Forschung in be­stimmten Fällen.

Zugleich räumt die Bundesregierung ein, dass Stammzellforscher mit der aktuellen Gesetzeslage keineswegs zufrieden seien. Das betrifft offenbar insbesondere das Verbot, hES-Linien außerhalb des vorgesehenen Forschungszusammenhangs zu verwenden.

Verklausuliert heißt es dazu im Bericht, Wissenschaftler hätten dieses Verbot „wiederholt im Hinblick auf seine negativen Effekte für die Entwicklung von neuartigen Therapien im deutschen Forschungsraum problematisiert“. Seit Jahren sprechen sich viele Wissenschaftler und Institutionen, zuletzt im Juni die Leopoldina, dafür aus, das Embryonenschutzgesetz zu überarbeiten. © kna/aerzteblatt.de

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