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Medizin

SARS-CoV-2: Luftfilter eliminieren Viren aus der Luft im Krankenzimmer

Dienstag, 12. Oktober 2021

/ Igorzvencom, stock.adobe.com

Cambridge/England – Eine Klinik in England hat gute Erfahrungen mit HEPA-Luftreinigern auf Kranken­stationen gemacht. Während des Höhepunktes der Erkrankungswelle sank die Konzentration von SARS-CoV-2 und anderen Krankheitserregern in der Luft der Krankenzimmer. Der Nutzen könnte laut der Studie in medRxiv (2021; DOI: 10.1101/2021.09.16.21263684) auf Normalstationen größer sein als auf Intensivstationen. Auch häufige nosokomiale Erreger wurden aus der Luft gefiltert.

Das Addenbrooke’s Hospital in Cambridge/England hat im Januar/Februar 2020, als die Alphavariante das Infektionsgeschehen beherrschte, für 2 COVID-19-Stationen Luftreiniger angeschafft. Ein Gerät mit einem HEPA-14 Filter (Abscheidegrad > 99,975 %) wurde auf einer Normalstation aufgestellt. Das 2. Gerät mit einem HEPA-13 Filter (Abscheidegrad > 99,75 %) wurde auf einer Intensivstation installiert. Beide Geräte verfügen über einen UV-Sterilisator. Sie wurden wochenweise an- und abgestellt, um die Wirksamkeit zu untersuchen.

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Wie das Team um Vilas Navapurkar vom Addenbrooke’s Hospital berichtet, wurde auf der Normalstation an allen 5 Tagen vor der Aktivierung des Luftfilters SARS-CoV-2 in der Luft nachgewiesen (interessanter­weise vor allem gebunden an größere Partikel von mehr als 1 µm Größe, nicht aber an Feinstaub). Bei Betrieb der Luftfilter waren alle Proben frei von SARS-CoV-2. Als die Luftfilter danach wieder ausge­schaltet wurden, waren die Viren wieder in der Luft nachweisbar.

Auf der Intensivstation waren in der Woche, in denen der Filter ausgeschaltet war, keine SARS-CoV-2 in der Luft nachweisbar. In der Woche mit Luftfilterung war eine Probe positiv. Navapurkar erklärt dieses paradoxe Ergebnis damit, dass die Virusausscheidung bei schwer kranken Patienten möglicherweise abnimmt und diese bei einer maschinellen Beatmung nicht an die Außenluft gelangen. Luftfilter könnten deshalb auf Normalstationen einen größeren Nutzen haben.

Die Forscher haben in ihren Luftproben auch nach anderen Erregern gesucht. Beide Luftfilter erwiesen sich hier als hoch-effektiv. Ohne Betrieb des Luftfilters wurden auf der Normalstation 48 verschiedene Krankheitserreger in der Luft nachgewiesen, beim Betrieb der Luftfilter waren es nur noch 2 Erreger­arten.

Auf der Intensivstation wurde die Zahl der Erregerarten von 45 auf 5 gesenkt. Unter den in der Luft nachgewiesenen Erregern waren typische Klinikkeime wie Staphylococcus aureus, Escherichia coli oder Streptococcus pyogenes. Die Luftfilter könnten deshalb auch nach der Coronaepidemie sinnvoll sein, wobei zu prüfen wäre, ob sie einen Beitrag zur Reduktion von nosokomialen Infektionen leisten können. © rme/aerzteblatt.de

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