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Rudolf Virchow und die Suche nach der Gesundheit des Menschen

Freitag, 15. Oktober 2021

Die Charite Berlin hat Rudolf Virchow zum 200. Geburtstag eine neue Ausstellung gewidmet. /LeaHanke

Berlin – Eine Frage, die immer noch aktuell ist, stellte bereits im 19. Jahrhundert der Mediziner Rudolf Virchow: „Was hält den Menschen gesund?“ Anlässlich seines 200. Geburtstages ist seit Mitte Oktober die Ausstellung „Der Zellenstaat. Rudolf Virchow und die Charité der Zukunft“ geöffnet.

Die Pop-Up-Ausstellung der Charité widmet sich seinem Lebenswerk und verknüpft es mit Ideen und Konzepten der Charité für die Medizin von morgen. Gestaltet ist der Ausstellungsraum im Berliner Medi­zinhistorischen Museum in zellenartigen Blöcken – ganz im Stil Virchows: mit seinem Zellenmodell fes­tigte er als Pathologe das naturwissenschaftliche Denken in der Medizin.

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„Jede Zelle – auch beim Menschen – stammt aus einer Zelle. Und: Die Zelle ist die kleinste vollständige Einheit des organischen Lebens“, sagte Virchow einst. Die Zelle wurde zu seinem Lebensthema. Für ihn bildeten Zellen im Körper einen Zellstaat. Wenn die Zellen im Verbund agieren, könne der Körper sich gegen Krankheiten wehren und so gesund bleiben, so seine These. Heutzutage ist seine Zellenforschung immer noch aktuell.

„Für die Charité ist Rudolf Virchow eine zentrale Identifikationsfigur. Mit seinem präzisen Denken und engagierten Handeln bietet Virchow auch für die heutige Medizin eine wichtige Orientierung“, betonte der Dekan der Charité, Axel Radlach Pries, bei der Eröffnungsveranstaltung.

Der erste Teil der Ausstellung befasst sich mit dem Leben des Mediziners, Wissenschaftlers und Politikers. Virchow war schon früh der Stadt Berlin und der Charité verbunden. Nach seinem Studium an der Pépi­nière, der königlichen Ausbildungsstätte für Militärärzte, erhielt Virchow seine praktische Ausbildung an der Charité als Pathologe.

Die Charité wurde für ihn zur Basisstation, von der aus er seine weit über die Grenzen der Medizin hi­nausgreifenden Interessen entwickelte und Ziele verfolgte. 46 Jahre lang war er an der Charité Direktor des Instituts für Pathologie.

Schon als junger Arzt erkannte er, dass es die Lebensverhältnisse sind, die Menschen krankmachen können. Er setzte sich daher als demokratischer Gesundheitspolitiker für bessere Lebensbedingun­gen aller Menschen ein.

„Bildung, Wohlstand und Freiheit sind die einzigen Garanten für die dauerhafte Gesundheit eines Volkes“, schrieb er 1852. Zu sei­nen Verdiensten in Berlin gehören unter anderem eine effektive Kanalisation, saubere Schlachthöfe sowie mehrere städtische Krankenhäuser und moderne Schulen.

„Virchow hat damit den Grundstein für die medizinische Metropole gelegt“, erzählte Thomas Schnalke, Direktor des Berliners Medizinhistorischen Museums der Charité. Zudem interessierte er sich für Anthro­pologie und Ethnologie sowie Kultur-, Ur- und Frühgeschichte.

Als interessierter Sammler initiierte er darüber hinaus bedeutende Berliner Museumsgründungen, wie beispielsweise das Museum für Völkerkunde sowie das Pathologische Museum – das heutige Berliner Medizinhistorische Museum der Charité.

„Die Ansätze und Ideen, die Virchow formulierte sind immer noch up to date“, so Dekan Pries. Die Charité griff daher für ihre Strategie der Charité 2030 einige Ansatzpunkte und Visionen des Arztes auf. So wid­met sich die strategische Entwicklung der Charité unter dem Motto „Wir denken Gesundheit neu“ dem zweiten Teil der Ausstellung. Die zweihundert Jahre alte Frage „was hält den Menschen gesund?“ bleibt damit zentral.

Um den Berlinerinnen und Berliner in Zukunft ein gesundes langes Leben zu ermöglichen, forscht und entwickelt die Charité Ansätze, die Umweltursachen miteinbeziehen und setzt dabei auf individualisierte Behandlungsmethoden, die auf den Patienten sowie die Patientin einzeln zugeschnitten ist.

Städtebauliche Planungen sowie fortschreitende Digitalisierung stehen dabei im Mittelpunkt der Strategie. „Der Strategiewechsel in der Charité ist auf viel Begeisterung gestoßen. Bei einem Betrieb mit 18.000 Mitarbeitenden ist das nicht selbstverständlich“, erzählt Projektleiterin des Strategieprozesses und Mitkuratorin Sinje Gehr.

Die Ausstellung ist im Ausstellungsmodul am Campus Charité Mitte, Invalidenstraße 86 in 10117 Berlin zu sehen und kann vom 13. Oktober 2021 bis 20. Februar 2022 täglich von 10 bis 18 Uhr besucht wer­den. Der Eintritt ist frei und es gelten die aktuellen Hygienevorschriften. © lea/aerzteblatt.de

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