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Präsentismus in der Pflege nimmt weiter zu

Dienstag, 12. Oktober 2021

/velimir, stock.adobe.com

Berlin – Viele Führungskräfte in der Pflegebranche gehen krank zur Arbeit. Das ergab eine im Juli 2021 durchgeführte bundesweite Befragung unter Leitungskräften aus Pflegeeinrichtungen und Krankenhäu­sern, die der AOK-Bundesverband im Vorfeld des Deutschen Pflegetages veröffentlicht hat.

Demnach gaben mehr als ein Drittel der befragten Führungskräfte (36 Prozent) an, in den vergangenen zwölf Monaten krank zur Arbeit gegangen zu sein. Knapp ein Viertel (23 Prozent) tat dies sogar, obwohl ein Arzt ausdrücklich davon abgeraten hatte.

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„Diese Ergebnisse zeigen, dass das Phänomen des sogenannten Präsentismus in der Pflege weitver­brei­tet ist“, unterstrich AOK-Vorstandsvorsitzender Martin Litsch. Durch Coronapandemie habe sich die be­reits vor der Krise vorhandene Tendenz zum Präsentismus bei den Führungskräften noch verstärkt.

So gaben 44 Prozent der Befragten Pflichtbewusstsein, Verantwortungsgefühl oder die eigene Vorbild­funktion als Gründe für ihr Verhalten an. Knapp ein Viertel (23 Prozent) begründete es mit Personalman­gel, jede sechste Person (16 Prozent) mit hoher Arbeitsbelastung.

Dabei birgt Präsentismus laut Studien viele Risiken für Beschäftigte und Unternehmen: Die Betroffenen erholen sich nicht angemessen, Krankheiten werden chronisch und Beschäftigte fallen womöglich noch länger aus. Im Falle von Infektionskrankheiten droht die Ansteckung weiterer Kollegen.

„Auch das Fehler- und Unfallrisiko steigt nachweislich. Gerade in der medizinischen und pflegerischen Versorgung können Fehler schwere Konsequenzen nach sich ziehen und kranke und pflegebedürftige Menschen in Gefahr bringen“, warnte AOK-Vorstand Litsch.

Um gegenzusteuern, hat die AOK die Initiative „Pflege.Kräfte.Stärken“ gestartet. Die Initiative zielt auf eine Verbesserung der Betrieblichen Gesundheitsförderung ab und stellt Einrichtungen über eine digitale Lernplattform multimediale Schulungen rund um Pflege, Prävention und Betriebliche Gesund­heitsförde­rung kostenfrei zur Verfügung.

Zugleich unterstützt das AOK-Online-Programm „Gesund führen“ Verantwortlichen in Pflegeeinrich­tun­gen und Krankenhäusern beim Aufbau einer mitarbeiterorientierten und gesunden Führungskultur. Der Fokus liegt dabei unter anderem auf Kommunikation, Wertschätzung sowie dem Umgang mit Konflikten und Fehlern.

Die Trainings sind Teile des Forschungsprojekts „Care4Care“, das die AOK zusammen mit der Beuth Hochschule für Technik Berlin, der Leuphana Universität Lüneburg, der Technischen Hochschule Lübeck sowie der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg durchführt. © hil/sb/aerzteblatt.de

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