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Ärzteschaft

Medizin 2.0: Wie Digitalisierung die Gesundheits­versorgung verändert

Donnerstag, 21. Oktober 2021

Die Vorsitzenden des Ausschusses „Digitalisierung der Gesundheitsversor­gung“ der Bundesärztekammer, Peter Bobbert (Mitte) und Erik Bodendieck, im Gespräch mit Rebecca Beerheide (Deutsches Ärzteblatt). /Screenshot DÄ

Berlin – Was muss jetzt getan werden, damit die Digitalisierung ihr Potential für eine verbesserte Ge­sund­heitsversorgung entfalten kann? Darüber tauschten sich gestern die Experten der Bundesärzte­kammer (BÄK) Erik Bodendieck und Peter Bobbert unter Beteiligung der Ärzteschaft aus.

Klar sei laut Bobbert, Präsident der Ärztekammer Berlin sowie Vorsitzender des BÄK-Ausschusses „Digi­talisierung der Gesundheitsversorgung“, dass die Digitalisierung die medizinische Versorgung und auch den Arztberuf „fundamental“ ändern werde. Zwar seien realistischerweise noch nicht alle Entwicklungen abschätzbar, nötig sei aber eine Strategie, wohin sich die Medizin grundsätzlich entwickeln solle.

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Die Qualität der Gesundheitsversorgung müsse auch unter sich wandelnden strukturellen und technolo­gischen Bedingungen stets gewährleistet sein – dafür nehme die Ärzteschaft eine „Garantenstellung“ ein. In diesem Zusammenhang warnte Bobbert vor dem möglichen „fatalen“ Eindruck, dass die Digitalisierung Ärztinnen und Ärzte nicht zu interessieren brauche. Derzeit werde die Digitalisierung zwar für, aber eben nicht von der Ärzteschaft gestaltet.

Wolle man in Zukunft auch im Rahmen einer sich stetig weiter digitalisierenden Versorgungslandschaft vertrauenswürdiger Ansprechpartner bleiben, so sei es umso wichtiger, eigene Kompetenzen auszubauen. Zwar sei die Thematik im Medizinstudium sowie in der ärztlichen Aus- und Weiterbildung derzeit teil­weise schon integriert, künftig werde dies jedoch „definitiv“ eine noch größere Rolle spielen.

Bodendieck, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer und ebenfalls Vorsitzender des BÄK-Digita­lisierungsausschusses, warnte davor, sich von dem „nachvollziehbaren Frust“ über technische Probleme und oft noch mangelnde praktische Relevanz der Telematikinfrastruktur (TI) den Blick auf die Gesamt­entwicklung versperren zu lassen.

Digitale Strukturen und Anwendungen böten viel Potenzial – deutlich über die bloße „Elektrifizierung“ von Dokumentations- und Verwaltungsaufgaben hinaus. Es komme für die Ärzteschaft darauf an, kons­truktiv und versorgungsorientiert an einer Digitalstrategie mitzuwirken und auch eigene Angebote zu machen. Bodendieck verwies darauf, dass man sich als Ärzteschaft mittlerweile offener für die Digitali­sierung des Gesundheitssystems zeige.

Dies sei auch notwendig, um sich an der Beantwortung wichtiger Zukunftsfragen – etwa im Zusammen­hang mit Künstlicher Intelligenz in Diagnostik und Therapie – beteiligen zu können. In Bezug auf Daten­sammlungen, digitale Anwendungen und KI-Diagnostik werde in Zukunft das „Übersetzen“ in Richtung Patient eine immer größere Rolle spielen.

Lasse sich die Ärzteschaft auf die technologischen Herausforderungen ein, schaffe Vertrauen in die ent­sprechenden Kompetenzen und wahre weiterhin die persönlichen Beziehungen zu den Patienten, dann mache er sich keine Sorgen um die Zukunft des Arztberufes. © aha/aerzteblatt.de

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