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Politik

Parteien wollen Digitalisierung der Pflege voranbringen

Donnerstag, 14. Oktober 2021

/vegefox.com, stock.adobe.com

Berlin – Pflegeexpertinnen von SPD, Grünen und FDP haben sich dafür ausgesprochen, die Digitalisie­rung der Pflege in der neuen Legislaturperiode des Bundestags voranzubringen.

Die pflegepolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Nicole Westig, sprach sich heute auf dem Deutschen Pflegetag in Berlin für die Gründung eines eigenen Digitalministeriums aus, in dem die Digitalisierung der Pflege ein wichtiges Thema wäre.

Die SPD-Pflegebeauftragte Heike Baehrens und die Pflegeexpertin der Grünen, Kordula Schulz-Asche, warben stattdessen dafür, die Digitalisierung der Pflege als Thema im Bundesgesundheitsministerium (BMG) zu verankern. In einem eigenen Digitalisierungsministerium werde die Pflege unter die Räder kommen, befürchten sie.

Westig, Baehrens und Schulz-Asche appellierten an die Vertreter der 1,7 Millionen Pflegekräfte in Deutschland, sich stärker für ihre politischen Interessen zu engagieren und mit eigener Stimme zu sprechen.

Baehrens sagte, das Gesundheitswesen in Deutschland brauche beim Thema Digitalisierung einen Para­digmenwechsel. Es werde viel zu viel über die Risiken diskutiert. Stattdessen müssten die Chancen und Vorteile der neuen Techniken in den Mittelpunkt gestellt werden.

Die Vizepräsidentin des Deutschen Pflegerats, Irene Maier, betonte, die Pflege müsse in erster Linie auf menschlichen Kontakt und persönliche Hilfe ausgerichtet bleiben; technische Systeme könnten allen­falls dabei unterstützen. Auch Schulz-Asche forderte, dass digitale Hilfsmittel aus der Perspektive und nach den Bedürfnissen der Pflegebedürftigen entwickelt werden müssten - und nicht aus der Perspek­tive der Technik.

Die Vertreterinnen der Parteien begrüßten einhellig, dass der Deutsche Pflegerat sowie weitere Organi­sationen des Gesundheitswesens vergangene Woche zu einer Digitalisierungsoffensive in der Pflege aufgerufen hatten.

Die künftige Bundesregierung solle so schnell wie möglich ein „Kompetenzzentrum Digitale Pflege“ einrichten und einen nationalen Strategieplan „Digitalisierung in der Pflege“ erstellen, forderte das Bündnis „Digitalisierung in der Pflege“.

Zudem müsse eine digitale Mindestausstattung für ambulante, stationäre und klinische Pflegeeinrich­tungen definiert werden. Auch sollten die Kosten der Digitalisierung von den Kassen refinanziert wer­den.

Das „Kompetenzzentrum Digitale Pflege“ soll nach den Vorstellungen der Verbände ähnlich wie der „Health Innovation Hub“ (hih) des Bundesgesundheitsministeriums strategische und technisch-fachliche Aufgaben bei der Digitalisierung der Pflege erfüllen.

Dem Bündnis „Digitalisierung in der Pflege“ gehören neben dem Deutschen Pflegerat der Bundesver­band Gesundheits-IT (bvitg), der Verband der diakonischen Dienstgeber in Deutschland (VdDD), der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege (DEVAP), der Fachverband Informations­technologie in Sozialwirtschaft und Sozialverwaltung (FINSOZ), der Verband für Digitalisierung der Sozialwirtschaft (vediso) und der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland (VKAD) an. © kna/aerzteblatt.de

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