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Ausland

Immer mehr mangelernährte Kinder in Tigray

Freitag, 15. Oktober 2021

/picture alliance, ASSOCIATED PRESS, Claire Nevill

Addis Abeba – In der äthiopischen Krisenregion Tigray ist die Zahl der schwer mangelernährten Klein­kinder nach UN-Angaben dramatisch gestiegen. Etwa 18.600 Kinder unter fünf Jahren seien wegen schwerer Mangelernährung in Krankenhäuser gebracht worden, hieß es in einem Bericht des Amts der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten von gestern.

Dies sei ein Anstieg um hundert Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch bei Schwangeren sowie stillen­den Frauen sei der Anteil der Mangelernährten mit „rund 63 Prozent“ sehr hoch, hieß es in dem Bericht. Seit Mitte Juli erreichten demnach lediglich 897 Hilfskonvois die Krisenregion im Norden von Äthiopien. Dies entspricht 14 Prozent der von der UNO geforderten humanitären Hilfe.

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In Tigray fehlen neben Lebensmitteln auch dringend benötigte Medikamente sowie medizinische Aus­rüstung. Dem neuen UN-Bericht zufolge befinden sich derzeit neun Hilfs-Lkw mit Medikamenten in der Stadt Afar und warten auf eine Genehmigung der Regierung für die Weiterfahrt.

Laut dem Bericht werden in Tigray Impfstoffe gegen Polio und Masern für hunderttausende Kinder benö­tigt. Sollte es nicht gelingen, diese Impfstoffe zu verabreichen, „wird es zu einem Ausbruch kommen“, warnen die Autoren.

Die USA haben der äthiopischen Regierung wiederholt vorgeworfen, den Zugang für humanitäre Helfer in Tigray zu blockieren. Die Regierung in Addis Abeba macht dagegen das Eindringen der Tigrayer Gruppe TPLF in die benachbarten Regionen Amhara und Afar für die Probleme verantwortlich.

Im Norden Äthiopiens herrscht seit Monaten eine humanitäre Krise. Äthiopische Regierungstruppen hatten im vergangenen November die in Tigray regierende TPLF angegriffen, nach Regierungsangaben als Reaktion auf Attacken der TPLF auf Militärstützpunkte. Der Konflikt hat die ohnehin angespannte Versorgungslage in der Region verschärft. © afp/aerzteblatt.de

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