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Ausland

Eine Million Arme mehr durch Pandemiefolgen in Italien

Montag, 18. Oktober 2021

/Africa Studio, stock.adobe.com

Rom – Die Zahl der Armen in Italien ist durch die Coronapandemie drastisch gestiegen. Laut einer vor­ges­­tern veröffentlichten Untersuchung der italienischen Caritas leben in dem südeuropäischen Land mittlerweile 5,6 Millionen Menschen in absoluter Armut. Das sind eine Million mehr als vor der Krise.

Die Caritas-Verantwortlichen sprechen von einem „nie dagewesenen Ausmaß“. In den zwei Millionen be­troffenen Familien gebe es mehr als 1,3 Millionen Minderjährige, die nicht über die notwendigsten Mit­tel für ein menschenwürdiges Leben verfügten.

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Viele Italiener, die lediglich an der Schwelle zur Armut gestanden hätten, seien durch die Pandemiefol­gen vollends hineingeraten, so die Experten. Jene, die schon vorher arm gewesen seien, kämen aus dieser Lage kaum noch heraus. Es handele sich um einen „Zangeneffekt“.

Zu den Regionen mit den meisten „neuen Armen“ zählen laut der Auswertung das Aostatal, Kampanien, Latium, Sardinien und Trentino-Südtirol.

Die Caritas Italiana fordert die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi auf, die staatlichen Hilfs­programme „neu zu kalibrieren“. Bei mehr als der Hälfte der Bedürftigen komme das Geld nicht an.

Hinzu kämen Probleme wie Überschuldung und Wucherkredite. So hätten bereits vor der Pandemie Milli­o­nen Familien derart hohe Schulden gehabt, dass sie unter normalen Bedingungen nicht zurückgezahlt werden könnten. © kna/aerzteblatt.de

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