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DGE: High-Protein-Lebens­mittel aus ernährungs­physiologischer Sicht unnötig

Montag, 18. Oktober 2021

/ylivdesign, stock.adobe.com

Bonn – Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) kritisiert den Trend zu Lebensmitteln, die mit Ei­weißen angereichert sind. Aus ernährungsphysiologischer Sicht seien „High-Protein-Produkte“ überflüs­sig, sagte DGE-Pressesprecherin Antje Gahl.

„Wer die Vielfalt herkömmlicher Lebensmittel nutzt, bekommt genug Protein und spart sich das Geld für die meist teureren Produkte“. Lediglich einzelne Innovationen könnten sinnvoll sein, so Gahl, zum Bespiel Nudeln aus Linsen oder Erbsen für Menschen mit Zöliakie.

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Mit „Protein“ beworbene Lebensmittel reichen von Müsli über High-Protein-Pudding und Proteineis bis hin zu Linsenchips. Lebensmittel dürfen die Angabe „Proteinquelle“ tragen, wenn mindestens zwölf Pro­zent des Energiegehalts aus Protein stammen. Bei Angaben wie „High Protein“ müssen mindestens 20 Prozent des Energiegehalts aus Protein sein.

Laut DGE kreieren Hersteller High-Protein-Produkte wie Fertiggerichte durch Kombination protein­reicher Zutaten oder reichern Produkte an: An sich kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Brot würden zum Bei­spiel mit Eiweißkonzentraten versetzt. Auch bereits proteinreiche Lebensmittel wie Milch würden ange­reichert, um das Label „High Protein“ zu tragen.

„Hersteller vermarkten Proteinprodukte massiv. Der Großteil der Bevölkerung hat aber gar kein Problem mit der Proteinversorgung und ein gesundheitlicher Nutzen durch die Extraportion Protein ist auch nicht zu erwarten“, hieß es aus der DGE. Selbst Menschen, die aufgrund ihres Alters oder bei Leistungssport einen höheren Proteinbedarf hätten, könnten ihn über herkömmliche proteinreiche Lebensmittel decken.

Dazu zählten neben Fleisch, Fisch, Milchprodukten und Eiern vor allem Hülsenfrüchte wie Soja, Linsen und Erbsen. Auch Veganer seien mit pflanzlichen Proteinen aus gezielter Kombination von Getreide, Hülsenfrüchten und Kartoffeln „gut versorgt“, so die Fachgesellschaft.

Die DGE rechnet vor: Für Erwachsene gelte ein Referenzwert für die Proteinzufuhr von 0,8 g pro Kilo­gramm Körpergewicht pro Tag. Bei einem Menschen, der 68 Kilogramm wiege, seien das 54 Gramm Pro­tein pro Tag.

Diese Menge stecke zum Beispiel in zwei Scheiben Vollkornbrot mit Erdnussmus (15 Gramm Protein) plus 250 Gramm Ofenkartoffeln mit 150 Gramm Quark (25 Gramm Protein) plus 150 Gramm gegarten Linsen (14 Gramm Protein). „High-Protein-Produkte liefern meist mehr Protein, als nötig ist“, so das Fazit der DGE. © hil/aerzteblatt.de

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