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Bürger sehen Personalmangel als zentrales Problem im Gesundheitswesen

Montag, 18. Oktober 2021

/upixa, stock.adobe.com

Berlin – Die Deutschen sehen das Gesundheitswesen als eine Baustelle mit großem Handlungsbedarf. Das geht aus einer Online-Befragung hervor, die das Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des AOK-Bundesverbands unter rund 10.000 Bundesbürgern ab 18 Jahren durchgeführt hat.

Danach fordern knapp 57 Prozent der Befragten eine bessere personelle Ausstattung des Gesundheits­we­sens. 37,5 Prozent nannten als vorrangige Themen eine gerechte Finanzierung und stabile Beiträge.

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Etwa ein Drittel der Teilnehmer wünscht sich Verbesserungen bei der Versorgung durch Praxen und Kran­kenhäuser. Knapp 30 Prozent fordern mehr Fortschritte bei der Digitalisierung und 25,5 Prozent plädie­ren für eine generell bessere finanzielle Ausstattung des Gesundheitswesens.

„Die Menschen haben ein feines Gespür dafür, wo im Gesundheitswesen der Schuh drückt und welche Dinge jetzt Vorrang haben müssen“, sagte Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverban­des. Laut der Befragung erlebt die Bevölkerung die Zusammenarbeit zwischen der ambulanten und sta­tio­nä­ren Versorgung häufig als Problem.

Gefragt nach den größten Hindernissen für ein besseres Gesundheits­system, wird die mangelnde Koordi­nation der Akteure an zweiter Stelle genannt (42,3 Prozent) – hinter zu wenig qualifiziertem Personal (48,9 Prozent), aber noch vor fehlenden finanziellen Mitteln (41,2 Pro­zent), fehlender Transparenz der Be­handlungsqualität (32,9 Prozent) oder zu wenig Zugang zu Spitzenmedizin und Forschung (21,6 Prozent).

Die weiterführende Frage, wie die Abstimmung zwischen Ärzten, Krankenhäusern und Pflege-/Reha-An­bietern aus ihrer Sicht funktioniere, beantworten mehr als die Hälfte der Befragten mit „schlecht bis eher schlecht“ (53,5 Prozent).

27,1 Prozent zeigten sich unentschieden, 19,4 Prozent bezeichneten die Zusammenarbeit als gut. Als Gründe für schlechte Abstimmung zwischen den beiden Sektoren nannten die Befragten fehlende digi­taler Vernetzung (55,7 Prozent), zu wenig fachlichen Austausch (50,2 Prozent), finanzielle Interessen (49,5 Prozent), zu wenig Zeit (43,7 Prozent) und räumliche Trennung (15,5 Prozent).

Nach den wichtigsten Aspekten bei der persönlichen Gesundheitsversorgung befragt sehen 42,4 Prozent der Befragten die hohe Qualität der Versorgung ganz vorne. Danach folgen der schnelle Zugang zur Versorgung (19,3 Prozent) sowie stabile und bezahlbare Beiträge (16,7 Prozent).

Große Zustimmung erzielte die Aussage „Der Wettbewerb der Krankenkassen muss auf gute Versorgung ausgerichtet werden statt auf einen günstigen Preis“. 79,85 Prozent stimmten dem „eindeutig bis eher“ zu. 12,6 Prozent waren bei diesem Thema unentschieden, 7,6 Prozent lehnten die Aussage „eindeutig oder eher“ ab.

„Schlecht abgestimmte Versorgungsprozesse, Informationsbrüche zwischen Leistungserbringern und Qua­litätsrisiken durch mangelnde Spezialisierung gefährden die medizinische Versorgung“, sagte Litsch. Er forderte, die Gesundheitsversorgung müsse sich stärker am Patienten- und Versichertenbedarf vor Ort ausrichten und Sektorengrenzen überwinden. © hil/aerzteblatt.de

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